Fall Drygalla Vereinschef nimmt Ruderin in Schutz

Die von den Olympischen Spielen abgereiste Ruderin Nadja Drygalla hat Rückendeckung vom Vorsitzenden ihres Heimatclubs bekommen.

 

London - "Nadja ist bei uns nie durch rechtsradikales Gedankengut aufgefallen. Ich finde es erbärmlich, dass ein junges Mädchen in Sippenhaft genommen wird", sagte der Vorsitzende des ORC Rostock, Walter Arnold, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Drygalla soll laut Medienberichten mit einem Mann liiert sein, der im vergangenen Jahr in Rostock als Direktkandidat der rechtsextremen NPD zur Landtagswahl angetreten war. Die 23 Jahre alte Rostockerin hatte am Donnerstagabend nach einem Gespräch mit der deutschen Mannschaftsleitung freiwillig das olympische Dorf verlassen.

Clubchef Arnold befürchtet, dass damit die sportliche Karriere der Ruderin beendet sein könnte. Chef de Mission Michael Vesper hatte zuvor betont, die Athletin habe sich nach einem 90-minütigen Gespräch selbst zur Abreise entschieden, um jede mögliche Belastung von der Mannschaft zu nehmen. Zudem hat sich Drygalla seinen Angaben nach von rechtsradikalen Haltungen in ihrem Umfeld distanziert.

Mit dem Fall will sich nach Olympia auch der Sportausschuss des Bundestags beschäftigen. Dann soll es auch um die Frage gehen, wann und in welchem Umfang der Deutsche Olympische Sportbund und der Deutsche Ruderverband im Bilde waren. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern wusste nach eigenen Angaben seit etwa einem Jahr von Kontakten Drygallas in die rechtsextremistische Szene. Ende September war die Athletin freiwillig aus dem Polizeidienst ausgetreten.

 

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