Fahrgeschäfte und Biergarten Neues auf der Wiesn: Die AZ hat sich umgeschaut

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 21.09.2018 - 14:02 Uhr
Das neue Fahrgeschäft „Predator“ kippt und fährt dann überkopf. Foto: Daniel von Loeper

Was gibt's zum Oktoberfest heuer Neues? Gleich zwei wilde, neue Fahrgeschäfte stehen auf der Wiesn und ein Almgarten mit albernem Namen. Die AZ hat sich schon mal umgeschaut. 

 

München - Man möcht ja nicht glauben, wie wild die Herren Wirte und Politiker drauf sind, bis man mit ihnen beim traditionellen Presserundgang auf dem Oktoberfest unterwegs ist. Heuer ist’s das 185. Oktoberfest, der Rundgang zu den neuen Attraktionen dürfte jünger sein.

Die Bügel knacken, der Fahrgast betet

Der neue Wirtesprecher Peter Inselkammer (45) vom Armbrustschützenzelt steigt cool ins Überkopffahrgeschäft Predator (Kosten: 6 Euro), das auf 15 Metern Höhe kippt, so dass die Fahrgäste über Kopf sind. Die Reporterin findet es krass, der Wirtesprecher sagt: „Ich nehme gerne neue Herausforderungen an.“ Besondere Herausforderung: Das ständige Knacken der Bügel, während der Fahrgast betet, breite Schultern zu haben, breitere, als der Bügel.

Musikalisch begleitet von der Kapelle Kaiserschmarrn, der Hauskapelle der Schönheitskönigin auf der Oidn Wiesn, geht’s über die Theresienwiese. Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) erzählt, dass er am liebsten Riesenrad fährt, „damit ich mir einen Überblick verschaffe“ und den Fünfer-Looping: „Gradaus vertrag ich gut.“ Immer schön im Kreis heißt es dann doch für Josef Schmid und Wiesn-Stadtrat Manuel Pretzl (CSU), der ihn aus Platzgründen im Pärchensitz im Arm hält, beim neuen Wellenflieger (Erwachsene: 4 Euro, Kinder: 2,50 Euro) von Schausteller Peter Lechner. Kleiner Tipp: Wer die irrationale Angst hat, dass sich die Kette löst, hält sich nicht an der Eisenkette fest, sondern an der Ummantelung drumherum. Dann riechen die Finger nach dem Flug aber auch nicht nach Kettenkarussell.

Das Chaos-Pendel ist den Politikern zu krass

Im Chaos-Pendel posieren Politiker und Wirte nur – das Fahrgeschäft scheint zu krass. In 42 Metern Höhe werden die Fahrgäste von einem Pendel herumgewirbelt, die Gondeln an den zwei rotierenden Armen drehen sich um sich selbst. Dabei wirken 4,5 G auf den Körper, also das 4,5-fache des Körpergewichts. „Wenn einer Astronaut werden will, soll er das Pendel mal ausprobieren“, sagt Josef Schmid, bevor er schnell wieder aus der Gondel hüpft. Das Fahrgeschäft (Kosten: 8 Euro) ist dann zwar eine ordentliche Schleuderei in hoher Höhe, erreicht aber keine Geschwindigkeit, die den Fahrgästen die Tränen in die Augen treibt.

Mindestens der Wirtesprecher hätte sich trauen können, dem klangen aber wohl noch die Worte von Schausteller Hanspeter Maier nach: „Ich fahre meine Geschäfte ja eigentlich viel selbst. Aber das hier bin ich zweimal gefahren – und mir reicht’s. Das ist was für junge Leute, die den Kick suchen.“

Einen kleinen Kick gibt’s im Café Guglhupf, wo Eierlikör-Guglhupf (3,90 Euro) kredenzt wird. Das kleine Wiesnzelt wurde heuer um einen schnuckeligen Almgarten erweitert. Albern mutet der Name der Bar an, die da heißt: „Griabig Schick Bar“ und wo ein Lillet Rose Tonic (8,70 Euro), aber auch Speck-Zwiebel-Guglhupf (4,90 Euro) auf der Karte steht.

In dem Drehcafé werden auch Frühstück, Kaffee- und Teevariationen sowieso Schnäpse mit dem besonderen Dreh angeboten.

Neue Aufmachung für den Amazonas

Einen späten, neuen Dreh hat Schausteller Angelo Agtsch seinem Laufgeschäft Amazons verpasst. Das heißt heuer Dschungelcamp (Die Sendung „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“ wird in Deutschland seit 2004 ausgestrahlt) und wartet mit einigen Dschungelprüfungen auf. Die dürften besonders Kindern und Betrunkenen Spaß machen. Auf drei Etagen auf 200 Metern Laufstrecke müssen Hindernisse gemeistert werden und besonders der Boden bewegt sich fies. Ein beliebtes Fotomotiv vor dem Dschungelcamp (Eintritt 5 Euro) dürfte der drei Meter große Orang-Utan werden und das Karkerlaken-Terrarium, in das Besucher den Kopf reinstecken können. Und nein, in diesem Dschungelcamp gibt’s keine echten Tiere.

Bei Pitt’s Todeswand röhrt es in diesem Jahr erstmals seit 1928 nicht mehr. Denn die wagemutigen Motorradler fahren heuer mit E-Bikes. „Ein Fahrrad in der Steilwand ist gefährlicher als ein Motorrad“, sagt Pitt. Denn es sei leichter und müsse deshalb besser beherrscht werden.

Ein Klassiker geht also mit der Zeit, und das leiser und umweltverträglicher. Dazu braucht es allerdings einen leistungsfähigen Motor, eine Art Hochleistungsaggregat, das speziell für den Einsatz in der Steilwand entwickelt wurde.

Ein neuer Wirtsgarten zu Füßen der Bavaria

Wer beim Winzerer Fähndl vorbeischlendert, dem fällt nicht nur die neue, hellere Fassade auf. Auf dem neuen Klohäuschen wurde ein Wirtsgarten gebaut, der ein ganz heißer Tipp für das Standkonzert der Wiesn-Kapellen zu Füßen der Bavaria am zweiten Wiesnsonntag sein dürfte. Da wird Josef Schmid, der danach in die Landespolitik wechseln will, zum letzten Mal dirigieren. Erwartet er eine Party zum Abschied? „Nö. Ich gehe ja nicht in den Ruhestand, sondern muss die Wähler von mir überzeugen“, sagt Josef Schmid. Davor hat er einen „Heidenrespekt“. Genauso wie vor dem Chaos Pendel.

Anstich und Oktoberfest im Live-Ticker

Den Wiesn-Anstich am Samstag begleiten wir natürlich auch 2018 im Liveticker mit Wort, Bild und VideoAlle aktuellen Infos rund ums Oktoberfest finden Sie außerdem in unserem Wiesn-News-Blog.

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