Exklusives AZ-Interview Bixente Lizarazu: "50 zu werden - das ist schwer"

Ein glücklicher Mann: Bixente Lizarazu (l.), hier mit seinen Bayern-Kumpels Hasan Salihamidzic und Giovane Elber (r.), wird heute 50 Jahre alt. Er blickt zufrieden auf seine Karriere zurück: "Mit Bayern war alles großartig." Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Bayern-Legende Bixente Lizarazu wird an diesem Montag 50 Jahre alt. Im AZ-Interview spricht er über seine größten Erfolge und ein Abenteuer im Januar: "Ich gehe mit 600 Haien tauchen."

 

München - Bixente Lizarazu spielte mehr als acht Jahre für den FC Bayern. Er wurde sechs Mal Meister, 2001 gewann er die Champions-League. Heute lebt er in einer kleinen baskischen Gemeinde direkt am Atlantik.

AZ: Herr Lizarazu, Sie werden tatsächlich schon 50 Jahre alt, auch wenn Sie nicht danach aussehen. Springen Sie am Morgen direkt in den Atlantik und surfen eine große Welle?
BIXENTE LIZARAZU: Das entscheiden allein die Wellen und nicht ich, ob eine gute Möglichkeit zum Surfen besteht. Aber nein, es ist nichts Bestimmtes geplant für diesen Tag. Ich werde am Abend gemütlich mit meiner Familie essen.

Gibt es keine Party?
Zu einem späteren Zeitpunkt. Gerade herrscht ja ein großer Streik in Frankreich, es wird gar nicht möglich sein, dass all meine Freunde zu mir kommen. Und ich muss auch sagen, dass mir meine 20., 30., und 40. Geburtstage besser gefallen haben. Da habe ich gern gefeiert.

Oh, hadern Sie mit dem Alter?
Ja, ich mache mir wirklich ein bisschen Sorgen (lacht). 50 zu werden – das ist schwer. Ich mag es, gut in Form zu sein. Aber wir alle müssen das Alter akzeptieren, so ist das Leben.

Gönnen Sie sich am Abend denn ein Weißbier?
Ganz sicher. Wobei ich sagen muss, dass Weißbier vor allem im Sommer hervorragend schmeckt. Mit einem Paulaner kann man sich wunderbar erfrischen. Zu einem guten Abendessen trinke ich eher Rotwein, Bordeaux.

Wenn Sie zurückblicken auf Ihre Karriere: Was war Ihr schönster Bayern-Moment?
Das war das Jahr 2001 mit der Meisterschaft in Hamburg und dem Champions-League-Sieg in Mailand. Mit Bayern war alles großartig, ich bin achteinhalb Jahre geblieben, um für diesen Topklub zu spielen. Die beste Saison für mich und meine Generation war definitiv 2000/2001, ich war auf meinem Höhepunkt. Wir haben alles gewonnen, später auch den Weltpokal. Bei der Ballon-d’Or-Wahl kam ich auf Platz elf. 1998 war auch sehr wichtig, weil ich da mit Frankreich Weltmeister geworden bin. 2001 und 1998 – das waren die schönsten Jahre.

"Ich liebe es, wie Lucas Hernández spielt. Er ist Weltklasse"

Und wer war Ihr härtester Gegenspieler? Sie haben die Eins-gegen-eins-Duelle ja geliebt.
Ich hatte einen Lieblingsgegner: Luis Figo. Diesen direkten Kampf hatte ich besonders gern, auch wenn man wusste, dass man nicht immer gewinnen konnte. Mit David Beckham war es auch aufregend, aber er war nicht ganz dieser harte Typ für Eins-gegen-eins-Duelle. Figo schon. Mit ihm hatte ich die besten Kämpfe. Eine Legende, der weltbeste Spieler auf seiner Position. Das war eine riesige Herausforderung mit viel Respekt zwischen uns.

Auch Lucas Hernández ist ein kampfstarker Spieler, der Ihnen sehr gefällt. Sehnen Sie sein Bayern-Comeback nach der Winterpause herbei?
Lucas ist Weltklasse, er wird Bayern natürlich wieder helfen. Ich liebe es, wie er spielt: zweikampfstark und immer mit einer positiven Einstellung. Er ist links oder in der Innenverteidigung wirklich herausragend. Aber man muss auch Benjamin Pavard loben, der fast jedes Spiel für Bayern von Anfang an macht. Das spricht für ihn.

Haben Sie einen besonderen Traum, den Sie sich in Ihrem Leben noch erfüllen möchten?
Ich liebe mein Leben und wäre einfach froh, wenn es so schön bleiben würde in den nächsten Jahren. Ich arbeite für drei große Medienbetriebe in Frankreich, habe Glück und Freude im privaten Bereich. Die Balance stimmt. Wenn ich in zehn oder 15 Jahren immer noch so aktiv bin wie heute, bin ich ein sehr glücklicher Mann.

Ein sehr mutiger Mann sind Sie schon heute. Man hört, dass Sie mit Haien tauchen gehen wollen.
Das werde ich, es gibt schon einen festen Plan! Im Januar reise ich nach Polynesien und gehe ins Wasser zu den Haien. Da halten sich so um die 600 von ihnen auf.

Haben Sie keine Angst?
Ach, nein. Haie sind großartige Tiere, sehr wichtig für die Ozeane. Sie haben ein schlechtes Image – das gilt es zu ändern. Und ich helfe mit.

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