Exklusiv in der AZ Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn: Keine Wiesn-Bewerbung für 2019

Der letzte Einzug als offizieller Wiesn-Wirt: Wiggerl Hagn auf der Kutsche des Löwenbräuzelts mit Tochter Steffi 2018. Foto: imago/STL

Wie die AZ exklusiv erfuhr hat sich der Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn nach den Abrechnungsfehlern nicht mehr fürs Löwenbräuzelt beworben, "um Schaden von der Wiesn zu nehmen".

 

München - Die Gerüchteküche brodelt, obwohl es noch Monate dauern wird, bis Klarheit und Gewissheit herrschen. Erst Anfang Mai werden die Wirte-Zulassungen für die Wiesn 2019 offiziell gemacht. Einer der größten Wackel-Wirte-Kandidaten ist Wiggerl Hagn (79), der sich bei der neu eingeführten Umsatzpacht um 2,2 Millionen Euro verrechnet haben soll.

Aktuell spekuliert die Gastro-Gesellschaft, ob seine Tochter Steffi Spendler in seine Fußstapfen treten wird – und ob Wiggerl als dienstältester Wiesn-Wirt überhaupt noch grünes Licht für das diesjährige Oktoberfest bekommt.

Wirt Hagn hat die Wiesn-Frage längst entschieden

Wie die AZ jetzt exklusiv erfahren hat, muss die Frage, ob Wiggerl künftig auf der Wiesn als Wirt arbeiten darf, gar nicht mehr diskutiert werden. Denn das Wirte-Urgestein hat die Frage für sich selbst längst beantwortet – und hat sich aus dem Millionen-Spiel genommen. Wiggerl hat sich selbst gar nicht mehr für das Löwenbräuzelt beworben.

"Ja, es stimmt", bestätigt Wiggerl Hagn der AZ. "Ich habe mich für dieses Jahr gar nicht beworben. Am Tag vor Heiligabend habe ich das dem Brauerei-Vorstand mitgeteilt. Und zwar nicht, weil ich Schuldgefühle habe, sondern weil ich nicht will, dass die Stadtverwaltung entscheiden muss, ob ich gehen muss oder bleiben darf. Und auch, um Schaden von der Wiesn zu nehmen." Am 31.12.2018 lief die Bewerbungsfrist für die Wiesn offiziell aus. Nach 63 Jahren, so lange war Wiggerl auf der Wiesn, tauchte sein Name also nicht mehr in der Bewerbungsunterlagen auf.

Wer rückt an seine Stelle?

Stattdessen: Tochter Steffi und Enkel Lukas (22), die Hagn beide selbst vorgeschlagen hat. "Ich traue es den beiden absolut zu, die Steffi führt ja die Hirschau schon selbstständig und macht das super. Der Lukas hat nach seinem 1,6-Abitur tolle Ausbildungen gemacht – unter anderem ein Jahr beim Kuffler. Er ist gelernter Koch und Kellner."

Dass seine Tochter Steffi auch Ärger für die falschen Abrechnungen bekommen könnte, schließt er aus: "Das habe ich gemacht – alleine. Mit der Steffi hat das nix zu tun." Wie es ihm aktuell nach dem Wiesn-Wirbel geht? "Naja, ich fühle mich so, als ob ich Ausgang von Stadelheim hab. Aber meine Familie und Freunde geben mir Kraft."

 

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