Ex-Zweitliga-Profi im Probetraining TSV 1860: So könnte Maximilian Oesterhelweg den Löwen weiterhelfen

Maximilian Oesterhelweg (links) trainiert aktuell bei den Löwen mit Foto: imago images / Philippe Ruiz

Maximilian Oesterhelweg ist derzeit vereinslos und trainiert beim TSV 1860 mit. Der 29-Jährige lief schon in der 2. Liga für den VfR Aalen auf. "Er würde sehr gerne hier spielen", sagt Trainer Daniel Bierofka. Doch für eine Verpflichtung im Winter gibt es zwei Bedingungen.

 

München - Bekommt der TSV 1860 einen Winter-Neuzugang? Jedenfalls ist dieser Tage an der Grünwalder Straße ein neues Gesicht zu bewundern: Maximilian Oesterhelweg trainiert derzeit bei den Sechzgern mit – und könnte unter gewissen Umständen zum Neulöwen werden.

Oesterhelweg, 29-jähriger Offensivspieler, war zuletzt ohne Verein und könnte ablösefrei sowie für ein verhältnismäßig kleines Gehalt auf Giesings Höhen anheuern. Der gebürtige Gütersloher ist den Sechzgern mehr oder weniger zugelaufen, wie Trainer Daniel Bierofka erklärt: "Er war vereinslos und hat sich hier in München aufgehalten. Er hat dann gefragt, ob er bei uns mittrainieren kann." Oesterhelweg durfte.

Oesterhelweg sammelte bereits Erfahrung in der 2. Liga 

In Absprache mit Bierofka hatte sich der Außenbahnspieler zuerst bei der U21 fit gehalten, bevor er am Sonntag im Spielersatztraining der Reservisten und am Dienstag erstmals mit der ganzen Mannschaft trainierte. Bierofka stellt dem Akteur mit Zweitliga-Erfahrung (sieben Einsätze für den VfR Aalen) ein Engagement in Aussicht: "Wir werden gucken, ob wir vielleicht was machen können. Wenn so ein Spieler vereinslos ist, sich gerne bei uns fit halten würde und eine gewisse Affinität zum Verein und zu dieser Stadt hat, wären wir ja blöd, wenn wir uns das nicht anschauen würden."

Schaut man sich Oesterhelweg genauer an, taucht als letzter Verein ein Drittliga-Konkurrent auf: die Sportfreunde Lotte. Beim 5:1 und 1:1 des TSV in der vergangenen Spielzeit hatte er jeweils mitgewirkt. Sechzigs Chefcoach weiß mit Blick auf seine Leistungsnachweise: "Er kann auf der Außenbahn spielen und er kann auf der Zehn spielen. Er ist ein Spieler, der effektiv ist: Er hatte zuletzt 14 Tore und Assists. Das ist schon in Ordnung, eine gute Bilanz. Von dem her ist er für uns interessant."

Oesterhelweg von "Schicksalsschlag" gebeutelt

68 Drittligapartien für Lotte zwischen 2017 und 2019, jeweils 14 Treffer und Vorlagen – tatsächlich eine ordentliche Statistik. Bierofka bescheinigt ihm neben Torgefahr und Vorbereiter-Qualitäten auch Schnelligkeit und Dribbelstärke – "ein bisschen was von allem." Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass sich die Wege des Angreifers und der Sportfreunde trennten.

Bierofka ließ zudem durchblicken, dass der 1,77 Meter große Mann durch einen Schicksalsschlag "aus der Bahn geworfen" wurde, ging aber nicht näher darauf ein. Klar ist aber: Oesterhelweg erhofft sich bei den Sechzgern eine Art Neuanfang. Einen mit zwei alten Weggefährten: Mit Aaron Berzel und Co-Trainer Oliver Beer verbindet den Torjäger eine gemeinsame Vergangenheit.

"Oli und Aaron kennen ihn aus Elversberg", sagte Bierofka über das Wirken des Trios im Saarland. Oesterhelweg lieferte dort zwischen Sommer 2015 und 2017 in 65 Spielen 20 Treffer und acht Assists in der Regionalliga. Am Ende beider Spielzeiten scheiterte der SV Elversberg jeweils in der Aufstiegsrelegation: Erst trotz eines Oesterhelweg-Tores am FSV Zwickau (1:1, 0:1), ein Jahr später an der SpVgg Unterhaching (0:3, 2:2).

Können sich die Löwen das leisten?

Was den Charakter des potenziellen Neulöwen anbelangt, habe Bierofka von Oesterhelwegs einstigen Mitstreitern "nichts Schlechtes" gehört. Bei Spezl Berzel wohnt er derzeit sogar – und ist laut Bierofka ein "Möchtegern-Löwe": "Er würde sehr gerne hier spielen."

Bleiben zwei Fragen zu klären, die über eine Oesterhelweg-Verpflichtung entscheiden: Kann der Spieler weiterhelfen – und können klamme Löwen sich das leisten? Bierofka dazu: "Es ist nicht mehr lange bis zur Winterpause. Jetzt müssen wir sehen, ob es Sinn macht und ob es finanziell möglich ist." Könnte zur win-win-Situation werden – falls die Fitness- und Finanzenfragen positiv beantwortet werden.

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