Ex-Torwart des FC Bayern München Happy Birthday Jean-Marie Pfaff!

Jean-Marie Pfaff Foto: Rauchensteiner/AK

Jean-Marie Pfaff wird 60. „Ich war früher Belgier, und jetzt bin ich Bayer“, sagt der Ex-Keeper, der nach der Karriere ins Showgeschäft wechselte.

 

München - Das größtmögliche Lob bekam Jean-Marie Pfaff von seinem Vorgänger und Bruder im Geiste: „Der Sepp Maier hat mal gesagt: ,Der Jean-Marie ist einer von uns’“, erinnert sich der Ex-Keeper des FC Bayern. Nur zu gerne würde man lauschen, wenn der Maier Sepp dem Belgier heute zum 60. Geburtstag gratuliert: zwei der größten Spaßvögel der Liga unter sich.

Sechs Jahre lang stand der flämische Gaudibursch im Bayern-Tor – die schönste Zeit seiner Karriere. So schön, dass der belgische Nationaltorhüter und Welttorhüter des Jahres 1987 sogar die Staatsbürgerschaft gewechselt hätte: „Ich war früher Belgier, und jetzt bin ich Bayer“, sagte er in einem AZ-Interview, „ich war immer stolz, dass ich hier gespielt habe. Bayern ist unvergesslich. Es waren zwar nur sechs Jahre, aber was für Jahre! Drei Mal deutscher Meister, zwei Mal Pokalsieger. Diese Feste auf dem Marienplatz! Franz-Josef Strauß! Das war ein Leben! Der Abschied aus Bayern war der schwerste Moment meiner Karriere.“

Noch schwerer als dieses blamable Gegentor am 21. August 1982? Ein gewisser Uwe Reinders hatte ihn in der Partie gegen Werder Bremen bezwungen – per Einwurf. Eins der kuriosesten Tore der Bundesligageschichte, bei dem Pfaff nicht gut aussah. „Da behindert mich Klaus Augenthaler“, erinnert er sich, „ich komme mit der Hand an den Ball, und der geht ins Tor.“ Besser sah er beim 9:8 gegen Saloniki am 2. November 1983 aus: „Zwei Elfer gehalten und den letzten selbst verwandelt!“

Pfaff machte nicht nur im Tor eine gute Figur. Ohne Berührungsängste stellte sich der Keeper auf die Showbühen und sang: „Ich war ein Belgier und jetzt bin ich ein Bayer / Ich trinke Bier und esse Leberkäs’ mit Eier / Und jeden Samstag steh' ich froh in meinem Tor / und kein Stürmer macht dem Jean-Marie was vor.“ Das Lied bekam in Belgien Gold-Status; die dazugehörige Goldene Schallplatte spendete er Papst Johannes Paul II. während einer Audienz – in Lederhosen.

1987 war er auch im Kino zu sehen: in „Zärtliche Chaoten“, neben Thomas Gottschalk, Michael Winslow, Helmut Fischer und Pierre Brice. Von 2003 an lief dann im belgischen Fernsehen 267 Folgen lang die Doku-Soap „De Pfaffs“: mit Frau Carmen, drei Töchtern und sechs Enkelkindern in Pfaffs Villa bei Antwerpen. Heute hält der Gaudi-Keeper, der keinen Benefiz-Kick auslässt, Vorträge zu seinem Lieblingsthema: Wie man die Nummer eins wird – und bleibt.

Seinen Lieblingsklub verfolgt er natürlich immer noch: „Bayern ist von oben bis unten gut organisiert, wie eine Familie“, sagt Pfaff, „die Erfolge kommen nicht von ungefähr. Der Verein achtet auf alle kleinen Details. So wird man groß.“ Allerdings wünscht sich der bayerische Belgier mehr Abwechslung: „Ich hoffe, dass nicht nur München immer gewinnt. Ich möchte Widerstand sehen! Davon lebt die Bundesliga.“

 

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