Ex-Bayern-Torwart im Interview Jean-Marie Pfaff: "Manuel Neuer kann spielen, bis er 40 ist"

Hütete von 1982 bis 1988 das Tor beim FC Bayern: Jean-Marie Pfaff Foto: imago images / Sven Simon

Bayern-Ikone Jean-Marie Pfaff spricht in der AZ über Manuel Neuer: "Er war immer Weltklasse."

 

AZ-Interview mit Jean-Marie Pfaff: Der 66-jährige Belgier stand von 1982 bis 1988 beim FC Bayern im Tor.

AZ: Herr Pfaff, ist die Vertragsverlängerung von Manuel Neuer beim FC Bayern für beide Seiten die richtige Entscheidung?
JEAN-MARIE PFAFF: Natürlich. Manuel Neuer ist ein perfekter Profi, er war immer Weltklasse – trotz seiner Verletzungen am Fuß. In den letzten Jahren hatte Neuer ein bisschen Pech, einige haben ihn sogar schon abgeschrieben. Aber jetzt ist Neuer zurück und schon lange wieder auf Spitzenniveau. Er kann noch spielen, bis er 40 ist. Wie Dino Zoff. (lacht)

Für Alexander Nübel, der von Schalke 04 zur kommenden Saison zum FC Bayern wechselt, dürfte es in den nächsten Jahren schwierig werden, auf Einsatzzeit zu kommen.
Das stimmt. Neuer wird die Nummer eins sein, so lange er beim FC Bayern ist. Daran habe ich keine Zweifel. Neuer ist ganz wichtig für die Mannschaft und den Klub. Er ist schon jetzt eine Torhüter-Legende bei Bayern wie Oliver Kahn, Sepp Maier und ich. Aber es kann immer etwas passieren mit Verletzungen oder Sperren, und dann könnte Nübel plötzlich spielen. Deshalb: Lasst den Jungen erstmal nach München kommen, er wird viel von Neuer lernen.

Pfaff: Nübel muss im Training von Neuer lernen

Muss ein Torhüter im Alter von 23 Jahren nicht in erster Linie Spielpraxis sammeln, um sich weiterentwickeln zu können?
Es ist nicht schön, sein Geld zu verdienen, wenn man auf der Bank sitzt. Das war für mich auch nicht schön in meiner Karriere. Ich bin aber sicher, dass Nübel von Neuer profitieren kann und sich im Training viel von ihm abschauen wird. Nübel ist ja noch ein junger Torhüter und muss reifer werden. Es ist eine Luxussituation für den FC Bayern, zwei Toptorhüter im Kader zu haben. Und ich glaube sogar, dass Neuer und Nübel zwei gute Freunde werden.

Wie kommen Sie darauf? Droht nicht Ärger bei diesem Konkurrenzkampf?
Neuer kennt die Situation eines jungen Torhüters, wenn man auf seine Chance wartet. Das war bei ihm damals bei Schalke ja auch so. Und genau darauf muss Nübel hoffen: Dass er mal eine Chance bekommt und diese dann auch nutzt. Das hat Neuer bei Schalke damals super gemacht.

 

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