Ex-Bayern-Star „Jetzt noch motivieren? Das wäre lächerlich!”

Namen ÜBERPRÜFEN: Die Bayernspieler (von links) Thomas Kastenmaier, Klaus Augenthaler, Ludwig Wiggerl, Roland Kögl und Manager Uli Hoeneß feierten am 12.5.1990 die deutsche Meisterschaft im Entmüdungsbecken. Foto: Rauchensteiner / Augenklick

Hier erklärt Alan McInally, wie er die Zeit vor dem Anpfiff rumbrachte – und was er gewonnen hat

 

Der Spieltag, das Finale. Für einen Profi sind das die längsten Tage. Mann, die Zeit vergeht nicht. Du bist im Hotel und wartest und wartest. Am liebsten würdest du losrennen.
Als ich ab 1989 bei Bayern war, hat mich einer immer beruhigt. Klaus Augenthaler, our Captain. Ein Super-Typ. Wenn wir vor Heimspielen im Hotel „Bachmair am See” in Rottach-Egern waren, hat Auge nach dem Frühstück gesagt: „Komm, Alan!” Wir sind am Tegernsee spazieren gegangen, er hat auf dem Hinweg eine geraucht und mir alles über den Gegner erzählt, die Taktik, die Manndecker. Währenddessen habe ich die Enten gefüttert. Auf dem Rückweg hat er sich noch eine angezündet und ich wieder Enten gefüttert. Ich glaube, dass die Ducks am Tegernsee nie so fett waren wie zu meiner Zeit.

Auge ist so ein richtiger Bayer – das war immer lustig mit ihm, auch wenn ich ihn nicht verstanden habe. Obwohl: Mein Deutsch war immer dann besser, wenn ich ein wenig Weißbier getrunken habe. Uli Hoeneß hat damals gesagt: „Alan, du musst Deutsch lernen.” Heute noch habe ich immer ein kleines deutsch-englisches Wörterbuch bei mir.
Ich bin gefragt worden nach der Motivation. Ja, meine Herren! Jetzt brauchst du niemanden mehr zu motivieren, das wäre ja lächerlich. Ich habe dieses Ding nicht gewonnen, war zwei Mal ganz nah dran, 1990 und 1991 – beide Male mit Jupp, beide Male sind wir im Halbfinale gescheitert.

Wetten will ich nicht – ich hab’ schon gewonnen. Nach dem Achtelfinale von Dortmund gegen Donezk – ein 2:2 – habe ich gewettet, dass der BVB gegen Bayern das Finale bestreiten wird. Die Quote war 12:1. Ich habe 50 Pfund eingesetzt. Es ist ein bisschen Trinkgeld reingekommen – viel für einen Schotten!

 

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