Ex-Bayern beim DFB-Team Klose & Gomez: Il Bomber & Super-Mario

Beide Italien-Legionäre, im DFB-Team Konkurrenten: Miro Klose (l.) und Mario Gomez. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die ehemaligen Bayern-Stürmer und jetzigen Italien-Legionäre Miroslav Klose und Mario Gomez streiten im DFB-Team um einen Platz. Nur noch ein Tor fehlt dem Lazio-Stürmer zum Müller-Rekord.

 

Kaiserslautern - Im Juli, August vier Wochen Italien. Was das Sehnsuchtsziel vieler deutscher Urlauber ist, bedeutete für Ex-Bayer Mario Gomez: Arbeit. Und zwar im Trentino.

"Ich habe dreieinhalb schöne Wochen hinter mir", sagte der Wahl-Italiener mit ironischem Unterton. Fast einen Monat Trainingslager – das ist in Italien so Usus, nicht enden wollende Zwangskasernierung.

Miroslav Klose von Lazio Rom kann ein (Klage-) Lied davon singen. Die beiden Italien-Legionäre, seit Juli steht Gomez beim AC Florenz unter Vertrag, haben sich darüber ausgetauscht. Na ja, der gute, alte Miro (35) hat den Mario (28) damit per SMS aufgezogen.

"Es ist mühsam, das kennen wir Deutschen nicht so", bilanzierte Gomez am Dienstag seine ersten Italien-Eindrücke, "man ist irgendwann geistig müde, weil man immer dieselben Leute sieht." Sein Fazit: "Das braucht man nicht unbedingt."

Aber es ist ja rum und vorbei. Nun beginnt sein neuer Lebensabschnitt. Plötzlich ist Gomez nicht mehr der Bayern-Torjäger, der im Verein meist auf der Bank saß und im Nationaldress ausgepfiffen wurde. Er ist Super-Mario, dem die Fans in Florenz – so er denn mal da ist – zu Füßen liegen.

Er ist einer aus der Legionärs-Riege, womöglich steigt die Wertschätzung wie bei Sami Khedira und Mesut Özil (Real Madrid). Trotz der Konkurrenz versteht man sich gut. Denn Klose gilt bei Bundestrainer Joachim Löw als gesetzt und wird wohl beim ersten Testländerspiel der WM-Saison am Mittwoch gegen Paraguay (20.45 Uhr, ZDF live) von Beginn an stürmen.

Geplant ist, dass ihn Gomez nach der Pause ablöst. Womöglich hat Klose am Betzenberg, im dem Stadion, in dem er als Teenager in der Kurve stand, dann seinen großen Auftritt hinter sich. Ein Treffer fehlt ihm und er wird – auch wenn er das selbst nicht mag – in einem Atemzug mit dem legendären Gerd Müller genannt.

Im 128. Länderspiel könnte Klose zum Bayern-Bomber aufschließen, sein 68. Tor erzielen. Allerdings hätte Klose 66 DFB-Einsätze mehr für diese Marke gebraucht.

Wichtiger für Klose: Sein Ticket für die WM in Brasilien 2014 ist gesichert, auch das von Gomez. Löw: "Beide sind für uns extrem wichtige Stürmer vorne im Zentrum, für mich erste Wahl und erste Priorität, wenn es keine Formkrisen oder Verletzungen gibt." Einziger echter Konkurrent: Gladbachs Max Kruse, den Löw sehr schätzt, oder andere "falsche Neuner" wie Mario Götze oder Marco Reus.

Löw sagt: "Man braucht nicht immer nur große, kopfballstarke Stürmer." Sie sind Auslaufmodelle, Klose und Gomez – jedoch noch nicht abgeschrieben. Gomez, so Löw, sei "eine Tormaschine", solche nennen sie in Italien immer noch "Il Bomber" oder "Il Panzer" -  so haben sie Klose in Rom getauft.

Bei Bayern sah Gomez keine Chance mehr, außerdem "war es meine Vision, einmal im Süden zu spielen". Pep Guardiola lernte er noch zehn Tage kennen, der neue Bayern-Coach sei "großartig und demütig ohne Ende". Dieses Trainingslager verließ Gomez an Tag fünf. Damit hält er den Sommerpausen-Camp-Rekord.

 

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