Event im Englischen Garten Früh, früher, Kocherlball! Fünf Tipps für den Tanz am Chinesischen Turm

Mittlerweile Tradition in München: Der Kocherlball am Chinesischen Turm. Foto: Andreas Gebert/dpa

Diesen Sonntag findet wieder der traditionelle Kocherball in München statt. Wir haben fünf Tipps, damit der Erstbesuch auch klappt.

 

Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie sich schon vorgenommen, endlich mal auf den Kocherlball zu gehen - und dann wurde es doch nichts. Am Sonntag ist wieder die (!) Gelegenheit. Den Kocherlball gibt's (seit der Wiederbelebung 1989) heuer immerhin schon seit 30 Jahren.

1. Kocherlball - nichts für Morgenmuffel

Los geht's – wie immer – schon um 6 Uhr in der Früh! Aber nur wenn es keine Bindfäden regnet und der Kocherlball deshalb ins Wasser fällt. Langschläfer haben keine Chance. Denn geübte Kocherlball-Gänger wissen: Wer zuerst kommt, sitzt zuerst. 

Was dazu führt, dass sich manche frühen Vögel schon lange vor Sonnenaufgang auf den Weg zum Turm im Englischen Garten machen. Oder Sie feiern einfach die Nacht vorher durch. Gegen 4 Uhr können Sie mit den ersten Gästen beim Kocherlball jedenfalls rechnen, und da sollten auch Sie schon auf dem Weg dort hin sein.

2. Kerzen oder Stirnlampe nicht vergessen

Bier gibt es eh. Eine Brotzeit kann sich – wie im Biergarten üblich – aber jeder selbst mitbringen. Und weil's in der Morgendämmerung noch ziemlich dunkel ist im Englischen Garten, sollten Sie für den Tisch die Kerzen (und beim Radeln die Stirnlampe oder das Radl-Licht) nicht vergessen.

3. Tracht auf dem Kocherlball: Pflicht oder nicht? 

Dirndl oder Lederhosn sind natürlich kein Muss. Ein bisserl fühlt es sich aber an wie auf der Wiesn mit den vielen Menschen in Tracht, denen Sie schon auf dem Weg durch den Englischen Garten begegnen. Man darf sich also ruhig ein wenig aufbrezeln und fällt dabei nicht auf. Praktisch: So kann man schon mal für die Wiesn üben.

4. "Münchner Française": Wie steht’s mit dem Tanzen?

Tanzen? Ja, aber am besten nur, wenn man(n) es kann. Und wenn nicht: Ein Walzer geht (irgendwie trotzdem) immer. Bei der "Münchner Francaise", die gern als tänzerisches Highlight beim Kocherlball beschrieben wird, helfen vor Ort Tanzmeister. Streiten kann man trefflich darüber, ob es hilft, wenn man sich vorher mit der ein oder anderen Maß ein wenig Mut antrinkt. Unsere Erfahrung: Im Zweifelsfall hilft's.

Wer seine Tanzkenntnisse noch ein bisschen auffrischen möchte, hat am Donnerstag, 18. Juli die letzte die Möglichkeit dazu. Das Hofbräuhaus am Platzl bietet noch zwei kostenlose Tanzkurse ohne Voranmeldung an. Der erste Kurs dauert von 19.30 bis 21 Uhr und der zweite – speziell für junge Leute – von 21 bis 22.30 Uhr.

5. Darf’s ein bisserl Kocherlball-Geschichte sein?

Wer statt zum Tanz lieber etwas zum Tischgespräch beitragen will, merke sich: Die Geschichte des Kocherlballs geht zurück ins 19. Jahrhundert. Ab 1880 herum trafen sich - jeden Sonntag! - bis zu 5000 Hausbedienstete von 5 bis 8 Uhr am Chinesischen Turm zum Feiern und Tanzen. Danach mussten die Köche und Köchinnen (Kocherl!), Dienstmädchen, Laufburschen und Mägde wieder ihren Dienst bei ihren Herren antreten. Meist mit einem etwas schweren Kopf, wie man sich vorstellen kann. 1904 wurde das fideleTreiben "aus Mangel an Sittlichkeit" von der Obrigkeit verboten - und erst 1989 zum 200. Geburtstag des Englischen Gartens, wiederbelebt.

Video: So war's letztes Jahr auf dem Kocherlball

 

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