Essence Pasing von der guten Seite

Auf der nördlichen Seite des Pasinger Bahnhofs ist mit dem Essence seit ein paar Wochen ein gehobenes Restaurant beheimatet. Foto: Petra Schramek

Architektonisch ist die nördliche Seite des Pasinger Bahnhofs schon immer einen Besuch wert – neuerdings auch gastronomisch.

 

Wer in München nach Pasing ziehen will, der kennt dieses mitleidige Seufzen seiner Mitmenschen: Ach echt, Pasing? Ist ja gar nicht so schön da. Die meisten haben dabei die Gegend um den Pasinger Marienplatz vor Augen. Was viele jedoch vergessen: Auf der anderen Seite der Bahngleise liegt eines der hübschesten Villenviertel der Stadt.

Richtung Obermenzing reiht sich an der Würm ein nett anzusehendes Häuschen an das andere. Bei all den Giebelchen und Erkerchen lohnt sich ein architektonischer Spaziergang allemal. Nur die Frage, wo man in der Gegend am Ende einkehren sollte, war bis jetzt eine schwierige. Man musste eigentlich bis zur Schlossschänke an der Blutenburg durchhalten. Aber das ist jetzt vorbei.

Auf der nördlichen Seite des Pasinger Bahnhofs, nur zwei Gehminuten von der Station entfernt, hat vor drei Wochen das Essence aufgemacht. Das Restaurant befindet sich in einem schiefergrauen Neubaublock. Oben haben sich reiche Russen eingemietet, das Erdgeschoss teilt sich das Essence mit einem exklusiven Sportstudio und einer Massage-Praxis. „Keine schlechte Nachbarschaft, oder?”, sagt Daniel Roch und bittet erst einmal auf die Terrasse.

Roch und seine Frau Daniela betreiben schon seit Längerem erfolgreich ein Catering-Unternehmen. Er hatte zuvor in mehreren namhaften Restaurants als Küchenchef gearbeitet, sie war in bekannten französischen Lokalen im Service tätig. Gemeinsam mit den renommierten Münchner Innenarchitekten von Duka-Design haben die beiden nun ein Restaurant geschaffen, das unaufdringlich auch gehobene Ansprüche befriedigt. Der Dinner-Raum etwa vermittelt eine gewisse Eleganz, könnte aber mit seiner schroffen Gewölbe-Wand auch genauso gut in einem Kellerlokal in Barcelona zu finden sein.

Dass man zuerst auf die Terrasse geführt wird und nicht gleich in den Dinner-Raum, ist übrigens kein Zufall. Aperitif draußen, Essen drinnen und dann noch ein Cocktail im Lounge-Bereich – so kann ein Abend im Essence aussehen. Und da die Preise gemessen an der Qualität moderat sind, kann man sich das sogar leisten. Mittags gibt es zwei Gänge für 12,80 Euro, abends fünf für 54 Euro. Rindertatar mit Wachtelei, kross gebratener Zander, Kokos-Limetten-Mousse – Pasing kann ziemlich schön sein.

Gottfried-Keller-Straße 35, So. bis Do. 10-24 Uhr, Fr. und Sa. 10-1 Uhr, www.essence-restaurant.de, Tel. 800 400 25

 

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