Es bleibt kaum Geld übrig Nirgends sind Studentenwohnungen teurer als in München

Zwei Studenten bei der Wohnungssuche in München. Foto: Matthias Balk/dpa

In München müssen junge Leute im Schnitt 600 Euro für eine Studentenwohnung bezahlen – mehr als überall anders in Deutschland.

 

München - Nicht nur Familien und Senioren leiden unter Mega-Mieten – auch "Studi-Buden" werden immer teurer: Studenten müssen in den meisten Großstädten zwischen 9,8 Prozent (Greifswald) und 67,3 Prozent (Berlin) mehr Miete zahlen als noch 2010. Das geht aus dem am Montag vorgestellten Studentenwohnpreisindex im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

Mit 600 Euro im Mittel bezahlen Studenten in München deutschlandweit am meisten, gefolgt von Frankfurt am Main mit 488 Euro monatlich. "Es muss mehr gebaut werden, allerdings wachsen die Großstädte sehr stark", sagte Studienleiter Michael Voigtländer. "Neubauten können den Preisanstieg daher dämpfen, aber nicht stoppen."

Die Erhebung basiert auf Daten von "Immobilienscout24" und "wg-suche.de". Das IW wollte wissen, welche Inserate Studierende finden, wenn sie in eine neue Stadt ziehen, kein Wohnheim-Zimmer erhalten und auf Online-Angebote angewiesen sind. "Die Zahl der Inserate ist noch hoch, aber rückläufig", sagt Voigtländer.

Studenten: Miete schluckt zwei Drittel des Verdienstes

Einer der Gründe: Die Zahl der Studenten habe in Berlin, im Ruhrgebiet sowie in München, Köln und Hamburg stark zugenommen, heißt es in der IW-Studie. Besuchten im Wintersemester 2010/2011 noch 2,22 Millionen Menschen Deutschlands Hochschulen, waren es zum vergangenen Wintersemester bereits 2,84 Millionen.

Was der Mietanstieg für das Leben der Studenten bedeutet, zeigt ein Blick auf ihr Budget: Laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben Studenten im Monat 918 Euro zur Verfügung. Je nach Hochschulstandort gehen bis zu zwei Drittel davon für die eigenen vier Wände drauf.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, fordert deshalb einen bundesweiten Aktionsplan für studentisches Wohnen. Der sei "überfällig", sagte sie der AZ, damit das Studieren an der gewünschten Hochschule nicht zur Frage des elterlichen Geldbeutels werde. "Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich die Mittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen, die Neue Wohngemeinnützigkeit einzuführen, die Löcher der Mietpreisbremse zu stopfen und die Bafög-Sätze so anzupassen, dass Studieren und Wohnen für junge Menschen auch aus Mittelschichtfamilien bezahlbar bleibt." Ansonsten verkomme das Versprechen von Aufstieg durch Bildung zur Makulatur.

 

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