Erstes Interview nach dem Knast Uli Hoeneß: "Ich bin nicht Präsident, ich bin gar nichts"

Uli Hoeneß ist ein freier Mann. Ein Großteil der Fans wünscht sich eine Rückkehr als Bayern-Präsident. Foto: dpa

Uli Hoeneß hat sich in einem Zeitungsinterview erstmals zu seiner Zeit im Gefängnis geäußert und verraten, wie es nun vorerst für ihn als freier Mann weitergeht.

 

Uli Hoeneß ist ein freier Mann. Seit Montag ist der 64-jährige Ex-Bayern-Präsident wieder daheim bei seiner Familie in Bad Wiessee. Am Mittwoch wird Hoeneß erstmals seit langer Zeit wieder ein Spiel seiner Bayern in der Allianz Arena (gegen Mainz 05; Anpfiff 20.00 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) live miterleben. Bisher waren ihm Besuche in der Allianz Arena verboten.

Gegenüber einem Reporter der "Bild" hat sich Hoeneß nun erstmals über die schwere Zeit im Gefängnis geäußert und erklärt, warum er zunächst seine Ruhe haben will.

Hoeneß über den tristen Gefängnisalltag

Demnach seien nicht nur die sieben Monate im geschlossenen Vollzug eine schwere Zeit gewesen. Auch die Zeit als Freigänger und die Zeit vor dem Gefängnis habe ihn schwer belastet. "Ich muss jetzt erst einmal den Kopf frei kriegen.", so Hoeneß, der jedoch betont, dass er von Mithäftlingen und JVA-Personal stets "äußerst korrekt" behandelt worden sei.

Als Freigänger sei Hoeneß jeden Tag um fünf Uhr aufgestanden und dann zu Arbeit gefahren. Um halb sieben sei er in der JVA Rothenfeld zurück gewesen, habe etwas Tischtennis gespielt und habe dann versucht, zu schlafen. "So einfach ist es nämlich nicht, im Gefängnis zu schlafen."

So lief der erste Tag zu Hause

Umso schöner sei der Empfang daheim am Tag seiner Entlassung gewesen. Ein Freund organisierte eine Blaskapelle, die Familie ein Weißwurstfrühstück. Mit Weißbier und Schafkopf genoss er den ersten Tag in Freiheit ausgiebig.

Der nächste herzliche Empfang steht Hoeneß bereits am Mittwoch bevor. Es wird erwartet, dass die 74.000 Fans in der Allianz Arena den ehemaligen Bayern-Boss frenetisch willkommen heißen.

Für seine nahe Zukunft wünscht sich Uli Hoeneß vor allem Ruhe. Ruhe vor Fotografen, Ruhe vor Journalisten und Ruhe vor Fragen zu seiner Zukunft beim FC Bayern. "Ich bin in keinem Amt beim FC Bayern mehr. Ich bin nicht Präsident, ich bin gar nichts.", zitiert ihn "Bild". Erst im November will Hoeneß entscheiden, ob eine erneute Kandidatur zum Bayern-Präsidenten für ihn in Frage kommt.

 

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