Eröffnung nach Umbau Café Kreutzkamm: Ein Kaffeehaus im Jugendstil

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller führt das Café Kreutzkamm in der fünften Generation. Foto: Daniel von Loeper

Das Café Kreutzkamm eröffnet nach einem Monat Umbau im Stil von 1925 wieder.

 

München - Alte Bilder und Postkarten über den Thonet-Stühlen und der langen Lederbank erinnern an eine Zeit, als in München noch mehr Pferdekutschen als Automobile fuhren. Doch wer sich im neuen, alten Café Kreutzkamm umschaut, den erinnert noch viel mehr an eine Vergangenheit, in der die Menschen noch ins Kaffeeaus gingen.

Café Kreutzkamm: Zurück in die 20er-Jahre

Denn das Café in der Maffeistraße wurde historisch im Stil der 20er-Jahre umgebaut und war deshalb einen Monat geschlossen. Die Idee kam Geschäftsführerin Elisabeth Kreutzkamm, als sie eine verloren geglaubte Festschrift aus dem Jahr 1925 entdecke. Darin sind zahlreiche Fotografien aus der Zeit, als das Kreutzkamm seinen Stammsitz noch in Dresden hatte, wo die Konditorei 1825 gegründet wurde.

Im Zweiten Weltkrieg wurden das Stammhaus und der Firmensitz in Dresden komplett zerstört. Fritz Kreutzkamm – der Vater von Elisabeth Kreutzkamm – baute in den 50er Jahren sein Unternehmen in München wieder auf. Seit 1954 hat Kreutzkamm seinen Firmensitz in München und betreibt vier Cafés: eines in der Altstadt in der Maffeistraße, eines im Kreuzviertel in der Pacellistraße, ein Café direkt am Tegernsee und in der Dresdner Altstadt.

Kronleuchter-Nachbau und Jugendstil-Tapeten

Für den Umbau in der Maffeistraße hat ein Schreiner ein Holztresen maßangefertigt, den handgemalte chinesische Szenerien zieren, die eine Dresdner Theatermalerin neu interpretiert hat. An der Decke hängt ein bis ins kleinste Detail nachgearbeiteter Kronleuchter, der schon im Jahr 1925 im Café Kreutzkamm hing. Die Wände zieren Tapeten im Jugendstil, die erstaunlich zeitlos wirken. Wenn das Café Kreutzkamm am Mittwochfrüh wiedereröffnet, werden Frauen in weißen Spitzenschürzen Kaffee und Baumkuchen in einem Ambiente wie anno dazumal servieren. Damals, als die Kaffeehäuser Zentrum des städtischen Lebens waren. Wer hier einen Coffee-To-Go bestellt, wird mit hochgezogenen Augenbrauen angesehen.


Maffeistraße 4, Mo-Fr 8-19 Uhr, Sa 8.30-19 Uhr und So 12-18 Uhr

 

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