Ernährung beim FC Bayern Schuhbeck: "Pep mag unsere Küche"

Alfons Schuhbeck (r.) mit Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Eine wissenschaftliche Ernährungsberaterin soll die Profis beim FC Bayern fit machen. Hier verrät Vereinskoch Alfons Schuhbeck, was in die Pfanne kommt – und welcher Spieler am besten kocht.

 

AZ: Herr Schuhbeck, der FC Bayern hat eine neue Mitarbeiterin, die für DFB-Koch Holger Stromberg als wissenschaftliche Ernährungsberaterin arbeitet und sich um die Ernährung der Nachwuchsteams bis zur U21 gekümmert hat. Nun ist sie in Riva fürs Bayern-Essen zuständig.

ALFONS SCHUHBECK: Ja, die Mona ist neu, macht ihre Sache sehr gut. Sie soll jetzt mal bei den Profis reinschnuppern. Einer meiner Köche ist in Riva vor Ort, ich werde die Woche auch mal runterfahren für ein, zwei Tage.

Was ist Nemmers Aufgabe?

Langfristig wollen wir schauen, dass wir im Jugend- und Schülerbereich in Sachen Ernährung eine Linie reinbringen. Wir wollen vor allem den Eltern der Spieler eine Anleitung, einen Wegweiser geben, damit sie erkennen, was beim Kochen wichtig ist. Wir möchten ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, richtige Essenspläne erstellen. Zusätzlich überlegen wir, was wir bei den Profis verbessern können.

Neu ist die sofortige Verpflegung im Bus nach den Trainingseinheiten. Da gibt es Shakes, etwa mit Banane.

Die Sofort-Aufnahme ist wichtig, wir wollen eben das Maximale herausholen. Da sollen die Spieler keinen Krampf trinken, keine Elektrolyt-Dinger, sondern Gemüsesäfte, frisch gepresst und gut gekühlt. Karotte mit Apfel etwa, alles Natursaft. Der Speicher muss nach der Belastung schnell wieder aufgefüllt werden.

Auf Wunsch des neuen Trainers Pep Guardiola?

Wir müssen schauen, was der Trainer will. Ich bin ja fast jeden Tag draußen an der Säbener Straße. Wir tasten uns da ran, zwingen niemandem was auf, machen kleine Schritte.

Mischt sich Guardiola in den Ernährungsplan ein?

Nein, er lässt die Dinge, wie sie sind, lässt es laufen. Der Trainer mag unsere Küche, er ist sehr zufrieden damit, auch in Absprache mit Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt. Feinheiten und Details werden wir noch gemeinsam besprechen – übrigens alles auf Deutsch.

Neu ist auch: Die Spieler sollen eine Stunde vor dem Training da sein, damit sie unter Anleitung frühstücken.

Ja, das stimmt. Wir grätschen da rein, wollen noch mehr auf die individuellen Wünsche der Spieler eingehen.

Was gibt es?

Natürlich Müsli. Und Eier. Rühreier, Spiegeleier.

Kurz vor dem Training?

Nicht in Massen natürlich, es soll ein kleines, reichhaltiges Frühstück sein, das kurzfristig Power bringt. Wir servieren in kleinen Happen. Das Mittagessen sowieso, nachmittags bieten wir einen Snack. Die Spieler können sich auf Wunsch auch was mit nach Hause nehmen.

Wer aus der Mannschaft interessiert sich fürs Kochen?

Die Älteren wie Lahm und Schweinsteiger. Auch Thomas Müller, der selbst recht gut kocht. Manche Spieler fragen auch mal nach: wie macht man dies und das?

Also gibt's Kochnachhilfe à la Schuhbeck?

Die Jungs sollen ja auch was lernen, wir wollen sie fürs Leben fit machen, wollen Wissen vermitteln. Daher zeigen wir im Leistungszentrum in der Küche auch mal, wie man ein Hendl tranchiert, wie man einen Fisch filetiert. Wie macht man das perfekte Steak? Wann wird gesalzen? Wann kommt Öl dazu? Die Jungs können auch mal einen Kochkurs bei uns machen.

Kommt das alles gut an?

Oh ja, die Jungs interessieren sich dafür. Das Essen soll eben nicht nur gesund sein, sondern auch schmecken. Wir wollen das optimale Sportler-Essen bieten, nichts G'spinnertes. Gute Ernährung muss sein – aber mit Lebensfreude! Wenn die Spieler nächste Woche aus dem Trainingslager zurück sind, soll es losgehen.

Ein Tipp für Hobbysportler, die sich eine vernünftige Mahlzeit zubereiten wollen?

Ach, die Basics müssen stimmen: Gemüse dämpfen, nicht kochen, damit die Vitamine drin bleiben. Das Fett beim Kochen immer erst zum Schluss dazu geben. Man sollte nur hochwertige Kohlehydrate zu sich nehmen wie Kartoffeln. Aber das Wichtigste ist immer: Kochen soll Lebensfreude sein, gesundes Essen kein Zwang.

 

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