Ermittler geben neue Erkenntnisse bekannt Tödliche Attacke in Augsburg: Haftbefehle erlassen!

Die Polizei hat den mutmaßlichen Haupttäter von Augsburg festgenommen. Foto: dpa

Die Augsburger Kriminalpolizei hat gut einen Tag nach der tödlichen Attacke auf einen 49-jährigen Mann am Augsburger Königsplatz den mutmaßlichen Haupttäter sowie sechs weitere Personen festgenommen. Am Montag haben die Ermittler neue Erkenntnisse bekanntgegeben.

 

Augsburg - Ermittlungserfolg der Augsburger Polizei. Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag mitteilte, hat die Kripo den mutmaßlichen Haupttäter identifiziert und festgenommen. Im Laufe des Sonntags erfolgten außerdem die Festnahmen von insgesamt fünf weiteren Verdächtigen. Am Montag vermeldete die Augsburger Polizei schließlich die Festnahme einer siebten Person. 

Haftbefehl gegen sechs Verdächtige erlassen

Gegen sechs der sieben Tatverdächtigen ist Haftbefehl erlassen worden. Der leitende Oberstaatsanwalt Rolf Werlitz sagte am Montag, er gehe davon aus, dass auch gegen den siebten Verdächtigen Haftbefehl erlassen werde. Gegen den Hauptverdächtigen werde wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Den übrigen sechs werde Beihilfe zum Totschlag und gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen.

Mann in Augsburg durch Schlag des Jugendlichen gestorben

Der in Augsburg getötete 49 Jahre alte Mann ist durch einen Schlag des 17 Jahre alten Hauptverdächtigen gestorben. Die Attacke sei unvermittelt von der Seite mit voller Wucht gekommen und habe zum Tod geführt, sagte der Leiter Kriminalpolizei Augsburg, Gerhard Zintl, am Montag.

Tödlicher Angriff in Augsburg: Einige Tatverdächtige polizeibekannt

Herrmann zufolge handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten. Ein weiterer Festgenommener ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat die deutsche und eine weitere Staatsbürgerschaft. Von den Festgenommenen sind einige polizeibekannt. Sie seien mit mehreren Delikten aufgefallen, zwei der Männer auch mit Körperverletzung, sagte der Augsburger Kripochef Gerhard Zintl am Montag.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte die Augsburger Beamten: "Der schreckliche Angriff hat viele Menschen in Augsburg und weit darüber hinaus erschüttert. Umso wichtiger war der schnelle Fahndungserfolg der Augsburger Kriminalpolizei."

Die 20-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo hatte mit Hochdruck die Videos von Überwachungskameras am Tatort ausgewertet. Am frühen Sonntagnachmittag waren sich die Beamten sicher, die Täter ermittelt zu haben und griffen zu.

Bei dem Toten, einem 49 Jahre alten Berufsfeuerwehrmann aus Augsburg, handelt es sich nach Angaben der Polizei wohl um ein Zufallsopfer. Der Mann war zusammen mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt unterwegs, als sie auf die Gruppe stießen. Aus noch ungeklärten Gründen kam es zum Streit.

Bluttat in Augsburg: Opfer starb auf dem Weg ins Krankenhaus

Zum Tathergang ist bisher nur bekannt, dass einer der jungen Männer aus der Gruppe dem Mann vor den Augen seiner Frau gegen den Kopf schlug. Der 49-Jährige stürzte und blieb am Boden liegen. Auch der 50-jährige Begleiter wurde geschlagen und im Gesicht verletzt, die Frauen wurden dagegen nicht angegangen. Notärzte versuchten noch, den 49-Jährigen wiederzubeleben - jedoch ohne Erfolg: Der Mann starb noch im Rettungswagen.

Nach der tödlichen Attacke herrschte in der Stadt am Wochenende Trauer und Entsetzen. Etwa 100 bis 150 Feuerwehrleute gedachten am Sonntag ihres getöteten Kollegen. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr fanden sich am Tatort, dem zentralen Königsplatz, zu einem stillen Gedenken ein. Kerzen wurden entzündet und Blumen niedergelegt. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) zeigte sich bestürzt über die Tat. Die Stadt sei Schauplatz einer folgenschweren Gewalttat geworden, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Polizei verteidigt PR-Arbeit nach tödlicher Attacke in Augsburg

Die Polizei verteidigt ihre Öffentlichkeitsarbeit zu den Ermittlungen, für die sie in den sozialen Medien teilweise starke Kritik bekamen. "Wir mussten aber auch in den letzten drei Tagen in den sozialen Medien teilweise unerträgliche Anfeindungen entgegen nehmen", sagte Augsburgs Polizeipräsident Michael Schwald am Montag.

Den Behörden sei Vertuschung vorgeworfen worden. "Das ist nicht der Fall", betonte er. "Ich möchte versichern, dass wir überhaupt nichts zu verheimlichen oder zu vertuschen haben." Er bat um Verständnis, dass nicht alle Informationen immer gleich an die Öffentlichkeit gegeben werden könnten. Alles werde den Ermittlungen untergeordnet, sagte Schwald.

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