"Allahu Akbar" Würzburg: Afghane (17) attackiert Zugreisende mit Axt

Ein 17-jähriger Afghane hat am Montagabend 21 Menschen in einem Regionalzug angegriffen. Die Bilder vom Tatort. Foto: dpa

Amoklauf in einem Regionalzug bei Würzburg: Mit Axt und Messer bewaffnet geht ein Afghane auf die Fahrgäste los. Vier Menschen werden schwer verletzt, der Angreifer von der Polizei getötet. Bei dem Angriff soll er "Allahu Akbar geschrien haben.

 

Würzburg - Nach der Messerattacke eines 17-jährigen Afghanen auf Zugreisende in Bayern prüfen die Ermittler einen islamistischen Hintergrund. "Es gibt eine Aussage, dass er, kurz bevor er von der Polizei erschossen wurde, einen islamischen Ausruf gemacht haben soll", sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am frühen Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei aber noch keineswegs erwiesen. Er soll während der Tat „Allahu Akbar” (Gott ist groß) geschrien haben.

Bei dem Täter handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Flüchtling aus Afghanistan, der ohne Eltern nach Deutschland gekommen war. Der 17-Jährige war am Montagabend mit Axt und Messer auf Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld losgegangen. Vier Menschen wurden schwer verletzt, ein weiterer leicht, wie das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg in der Nacht zum Dienstag mitteilten. 14 Menschen erlitten einen Schock. Der Angreifer wurde von der Polizei auf der Flucht erschossen.

Nach Angaben der Bundespolizei hatten etwa 25 bis 30 Menschen in dem Regionalzug von Treuchtlingen nach Würzburg gesessen. Er war kurz vor dem Ziel, als der Angreifer losschlug. Als der Zug per Notbremse stoppte, sprang er aus dem Zug und flüchtete.

Spezialkommando erschießt Angreifer

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei, das zufällig wegen eines anderen Einsatzes in der Nähe gewesen sei, habe die Verfolgung aufgenommen, berichtete Herrmann. Als der Jugendliche dann auch auf die Einsatzkräfte losgegangen sei, hätten diese das Feuer eröffnet. Der Angreifer wurde mit mehreren Schüssen getötet.

Die Polizei gehe von einem Einzeltäter aus, sagte Herrmann. Der 17-Jährige, der nach ersten Erkenntnissen als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen sei, habe seit einiger Zeit im Landkreis Würzburg gelebt, in einer Einrichtung in Ochsenfurt. Zuletzt habe er bei einer Pflegefamilie gewohnt.

Der bayerische Innenminister betonte, die Hintergründe der Tat seien noch unklar. "Was hat er in den letzten Tagen und Wochen unternommen, was ist aus seinem Umfeld bekannt, was findet sich in seinem Zimmer - das muss genau ermittelt werden, damit man sich ein Bild machen kann."

Man wisse nicht, welche Pläne der Täter auf seiner Flucht noch verfolgt habe. Es sei nicht ausgeschlossen, dass er noch weitere Menschen attackiert hätte. Deshalb sei es "gut und richtig", dass die Polizei mit ihrem Vorgehen "weitere schreckliche Taten" ausgeschlossen habe, sagte Herrmann.

Bahnstrecke zwischen Ochsenfurt und Würzburg gesperrt

Wegen des Polizeieinsatzes sperrte die Deutsche Bahn am Montagabend die Strecke zwischen Ochsenfurt und Würzburg. Auf die Frage nach weiteren Gefahren in der Region sagte Herrmann, er gehe davon aus, dass die Gefahr vorbei sei. Die Menschen in Bayern könnten Dienstagfrüh sicher Züge besteigen.

Der Fall erinnert an eine Messerattacke vor gut zwei Monaten in einer S-Bahn in Grafing nahe München, als ein Mann einen 56 Jahre alten Fahrgast getötet hatte. Drei weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der 27-jährige mutmaßliche Täter hatte nach seiner Festnahme wirre Angaben gemacht und war deswegen vorläufig in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Nach einer ersten Einschätzung war der Mann aus dem hessischen Grünberg bei Gießen schuldunfähig oder zumindest vermindert schuldfähig.

Hier hat sich die Axt-Attacke ereignet: