Er hat Frau und drei Kinder Alfons Schuhbeck: "Daheim koche ich nie"

Lässt nichts anbrennen – am Herd oder im Fernsehen: Alfons Schuhbeck (r.) mit Bauchredner Sebastian Reich und seiner "Amanda". Foto: BR/Sessner

Im AZ-Gespräch zeigt sich Alfons Schuhbeck privat wie nie – der Star-Koch redet über seine Familie und sagt, warum er in seiner eigenen Welt lebt.

 

Unterbeschäftigung kann man Alfons Schuhbeck (69) nicht vorwerfen: Der Sterne-Koch scheint omnipräsent. Ob am Platzl oder im Fernsehen. Nächsten Sonntag startet seine neue wöchentliche Sendung "Schuhbecks Küchenkabarett" (BR, 18.11., ab 17.15), wo er mit Luise Kinseher, Monika Gruber, Helmut Schleich und vielen anderen ratscht, köchelt und unterhält.

Die AZ traf den Platz(l)hirsch in seinen Südtiroler Stuben. Das Getränk, das zum Gespräch gereicht wird, ist – wie könnte er anders sein: Ingwerwasser.

AZ: Herr Schuhbeck, gibt es ein Leben ohne Ingwer?
ALFONS SCHUHBECK:
Für mich nicht. Ich merke tatsächlich, dass ich süchtig nach Ingwer bin. Vor 35 Jahren ging das bei mir los. Verrückt, aber gesund.

Wann waren Sie das letzte Mal krank?
Kann mich nicht erinnern. Ein gutes Zeichen. Ewig her.

Also bringt das Ingwerwasser-Trinken wirklich was?
Und wie! Das Immunsystem wird gepusht, die Gelenke bleiben fit. Ich fühle mich super. Wichtig: Die Schale muss dran bleiben. Ich schneide den Ingwer in Scheiben, füge auch gerne Zitrone hinzu. Es ist ein natürliches Antibiotikum.

Wie viele Tassen trinken Sie täglich?
Drei auf jeden Fall. Dazu meine Gewürzkapseln – besser als Botox. Irgendwo steht immer eine Karaffe herum. Morgens mixe ich mir paar Tropfen Ingwersirup in den Kaffee. So geht der Tag mit Power los.

Welche Kabarettistin, welcher Kabarettist kocht am besten?
Ach, die Moni Gruber kocht schon ganz gut, nicht so dramatisch wie ich, aber halbdramatisch. Die nimmt das bisserl ernster als andere.

Privatleben von Alfons Schuhbeck: Er kocht nie

Bei Ihrer neuen Sendung reden Sie nur privat mit den Gästen. Das würde ich auch gern mit Ihnen. Los geht’s: Wie verliebt sind Sie gerade?
(Pause) Ja, in den Ingwer immer. Im Ernst: Bei mir ist das immer gleich.

Was heißt das genau?
Ich habe meine Familie, das passt alles und ist wunderbar. Ich glaube, da würden sich manche freuen, wenn sie das so hinbringen würden wie ich.

Familie von Alfons Schuhbeck bleibt geheim

Ihre Familie kennt niemand.
Ja, weil ich das nicht möchte.

Sie haben eine Frau, zwei Söhne und eine Tochter, richtig?
(nickt) Ich finde, die haben mit dem Leben hier nix zu tun. Sie haben ihr eigenes Leben, das sollen sie führen, da kommen sie viel schneller weiter – als wenn sie im Schlepptau von mir wären.

Wie oft trifft sich die Familie Schuhbeck?
Zwei Mal die Woche, mindestens. Das genieße ich sehr.

Wer kocht, abgesehen von Ihnen?
Die machen das alle gut und gern. Ich mische mich nicht ein. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Gemeckert wird nie.

Was kochen Sie am liebsten daheim?
Nichts.

Wie: nichts?
Ich koche daheim nie.

Ihr Kühlschrank ist leer?
Na, ein Wasser steht da schon drinnen. Und eine Flasche Wein und bisserl Bier.

Gehen Sie in den Supermarkt?
Nein, mir wird ja alles geliefert. Mit einem Laster kommt das in der Früh an, was ich abends bestellt habe.

Der Herd wird daheim auch nie angemacht?
Nö. Außer ich mach mir ein Dampfbad fürs Gesicht (lacht). Aber was soll ich da rumbatzen, wenn ich in meinen Stuben drei Küchen habe!? Morgens geh ich gern rüber zur Maximilianstraße – München hat schon was –, trink meinen Kaffee und schau der Stadt beim Erwachen zu. Das liebe ich.

Einen freien Tag gibt es nicht

Unterwegs sein, in Action. Aber wann legen Sie mal die Füße hoch?
Nie.

Ist das Nichtstun so schlimm?
Ich finde es fürchterlich, wenn Menschen plötzlich irgendwo draußen sind, und dann nur noch herumrennen und über die Vergangenheit reden. So will ich nicht sein.

Eine freier Tag ist utopisch?
Ich habe nie frei. Aber ich lasse mich in der Arbeit auch nicht zerstückeln. Ich liebe meine Arbeit, freue mich so oft schon auf den nächsten Tag. Und alles Negative, was mich mal stören oder ärgern könnte, versuche ich, von acht bis zwölf Uhr zu erledigen. Nichts aufschieben, sondern gleich erledigen und dann abhaken.

Sie sind großer Bayern-Fan. Muss Trainer Niko Kovac weg?
Auf keinen Fall. Kovac ist ein hochanständiger Kerl, ohne Allüren. Er kommt jetzt in einer Phase rein, wo beim FC Bayern ein Umbruch stattfindet. Jetzt muss man schauen, dass er beim Umbruch nicht unter die Räder kommt. Man hat’s ja beim Spiel gegen Dortmund gesehen, dass die Bayern streckenweise richtig gut waren. Sie haben halt ein paar Mal unglücklich verloren. Mir ist auch nicht ganz klar, warum sie oft nach 25 Minuten nicht mehr die Leistung gebracht haben. Aber wenn die Burschen ihren Akku hochfahren, ist das eine Weltklasse-Mannschaft.

Schubeck hält an Kovac fest

Ist München zu teuer geworden?
Alle großen Städte sind teurer geworden – selbst Berlin. München hat dafür einen wahnsinnigen Charme. Als ich vor 17 Jahren hergekommen bin, wollte ich mich gleich einbringen. Ich finde das wichtig – nicht nur beim Stammtisch deppert daherreden, sondern was machen. Früher hatte man eigene Fantasien und Sehnsüchte – heute wird den Leuten die Fantasie vorgegeben.

Wie das?
Die Handys geben alles vor: Ob man ein Spiel spielen oder Musik hören will, alle sind informiert, ständig erreichbar. Ich weiß, dass man sich mitentwickeln muss, aber ich will trotzdem nicht jeden Schei... mitmachen. Ich lebe ein Stück weit in meiner eigenen Welt.

Nächstes Jahr werden Sie 70 – ist das irgendwie besonders?
Null. Ich geb’ schon noch Gas.

 

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