Entscheidung im Stadtrat Ludwigsbrücke: Eine Autospur soll weg

Auf der Ludwigsbrücke sollen die Fahrspuren reduziert werden. Foto: dpa

Weniger Verkehr, mehr Platz für Radler und Fußgänger an der Isar. Dazu hat der Stadtrat am Mittwoch die Neugestaltung der Ludwigsbrücke beschlossen.

 

München - Die Münchner und ihre Isar: eine Liebesgeschichte. Außer man steht auf einer Brücke oder der Isarparallele im Stau, oder drängelt sich auf einem der Geh- oder Radwege. Gerade die innerstädtische Isar zwischen Reichenbachbrücke und Luitpoldbrücke ist ziemlich verkehrsumtost.

Luftreinhaltewerte und Lärmmessungen belegen die hohe Belastung. Schon 2015 beschloss der Stadtrat, die Aufenthaltsqualität an der innerstädtischen Isar zu verbessern. Inklusive einer Neuordnung des Verkehrs. Konkret geht es vor allem um die Ludwigsbrücke sowie die Erhardt-, Steinsdorf- und Widenmayerstraße.

Geh- und Radwege sind zu schmal

Am Mittwoch beschäftigte sich der Stadtrat mit den Ergebnissen der Verkehrsuntersuchung. So wurde festgestellt, dass einige Fußwege und auch die Radwege an vielen Stellen zu schmal sind. Und das, obwohl das Radverkehrsaufkommen laut Zählungen als "sehr hoch" einzustufen ist.

Was die Untersuchung außerdem belegt: Alle untersuchten Knotenpunkte von Isarparallele und Brücken erreichen in den Spitzenzeiten die Kapazitätsgrenzen, oder überschreiten sie. Für eine Verlagerung des Verkehrs weg von der Isarparallele, etwa durch Verkehrsberuhigungen, gebe es kaum Kapazitäten, meint daher das Planungsreferat.

Ein schwieriges Thema, das in der Stadtrats-Vollversammlung am Mittwoch aber ausgeklammert wird. Denn: Am 2. Mai will der Stadtrat in einer Grundsatzdebatte noch einmal über das Thema autofreie Innen- und Altstadt sprechen.

Umgestaltung der Ludwigsbrücke

Die Sitzung dürfte sich also auf die Ludwigsbrücke konzentrieren. Beide Brückenabschnitte müssen dringend saniert werden.  Bei der Gelegenheit könnte man gleich über eine Neuaufteilung des Verkehrsraums nachdenken.

Am Mittwoch wird die SPD-Fraktion einen entsprechenden Änderungsantrag einbringen. Der Vorschlag des Planungsreferats hingegen lautet, die bestehende Lösung lediglich zu optimieren. Die Bahnsteige der Tram vor dem Deutschen Museum sollen dabei verbreitert, Fahrspuren und Radwege verschwenkt werden.

„Das ist uns ausdrücklich zu wenig“, sagt SPD-Stadtrat Jens Röver. Die Fraktion will die bisher zwei Fahrspuren pro Richtung auf je eine reduzieren. Für Geh- und Radwege und die Tram-Haltestelle würde so viel Platz frei.

In der Vergangenheit war das immer wieder vorgeschlagen worden, zuletzt etwa vom „Bündnis Radentscheid“. Bei dieser Variante, so die Untersuchung, würde der Verkehr in der Rosenheimer- und Inneren Wiener Straße um 20 Prozent zurückgehen. Auf der Ludwigsbrücke selbst und in der Zweibrückenstraße um 30 Prozent.

Verdrängung in andere Straßen verhindern

Verhindern müsse man aber natürlich eine Verdrängung etwa in Richtung Corneliusbrücke, so Röver. Auch, weil dort der ÖPNV nicht beeinträchtigt werden soll. Wie das gelingen könne, solle die Verwaltung untersuchen.

In einem nächsten Schritt könnte man dann auch über die Platzverteilung zu Beginn der Rosenheimer Straße auf Höhe des Volksbades nachdenken. Hier entsteht durch parkende Autos ein Nadelöhr, Geh- und Radweg sind sehr schmal.

Röver betont: „Wir wollen die Verkehrswende sichtbar machen und mehr Platz für Radler und Fußgänger.“ Bei der Mobilitätsgrundsatzdebatte im Januar (AZ berichtete) habe sich immerhin der ganze Stadtrat für eine Bevorzugung von ÖPNV und Rad ausgesprochen.

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