Engpass bei der S-Bahn München: Deshalb fallen auf den Linien S3 und S8 Züge aus

"Wir haben in den Sommerferien enorme Anstrengungen unternommen, um wieder mehr Fahrzeuge zur Verfügung zu haben. Leider sind aktuell für den Betrieb in Spitzenzeiten zu wenig Züge einsatzbereit", sagt Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Ausgerechnet zur Wiesn: Ab sofort gibt es zunächst bis Dezember auf den Linien S3 und S8 in der Hauptverkehrszeit keinen Zehn-Minuten-Takt. Das sind die Gründe.

 

München - Weil aktuell für den Betrieb in Spitzenzeiten zu wenig Züge zur Verfügung stehen, streicht die Deutsche Bahn auf den S-Bahn-Linien S3 und S8 ab sofort bis zunächst Dezember die sogenannten Taktverstärker aus dem Fahrplan.

Taktverstärker sind jene Züge, die in der Hauptverkehrszeit den Fahrplan auf einen Zehn-Minuten-Takt verdichten. Zusätzlich entfallen bei der S2 und der S20 einzelne Züge.

Keine Taktverstärker auf S3 und S8: Das sind die Gründe

"Wir haben in den Sommerferien enorme Anstrengungen unternommen, um wieder mehr Fahrzeuge zur Verfügung zu haben. Leider sind aktuell für den Betrieb in Spitzenzeiten zu wenig Züge einsatzbereit", sagt Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München.

Die Ursachen für die eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit sind vielfältig, teilt die Deutsche Bahn am Dienstag mit: So schränkten aktuelle Bauarbeiten auf dem Werkstattgelände in Steinhausen das Rangieren von Zügen ein: Dort entstehe unter anderem eine neue Abstellanlage, die für die Wartung und Pflege der Fahrzeugflotte dringend notwendig sei.

S-Bahn München: Das läuft beim Typ ET 420 schief

Zudem führten deutlich kürzere Wartungsintervalle bei wichtigen Fahrzeug-Bauteilen in Summe zu häufigeren und längeren Aufenthalten der S-Bahnzüge im Werk. Die dafür erforderlichen neuen Mitarbeiter könnten erst sukzessive das Werkstatt-Team verstärken. "Die S-Bahn München arbeitet mit Hochdruck an Lösungen", heißt es.

Erschwerend kommt hinzu, dass noch nicht alle Fahrzeuge des Typs ET 420, wie ursprünglich geplant, umgebaut und für den Betrieb einsatzfähig sind. Diese sogenannten Olympia-Züge werden während der Modernisierung der ET 423 benötigt, um die Stärke der Fahrzeugflotte zu halten. Sie müssen unter anderem für die Leit- und Sicherungstechnik der Stammstrecke nachgerüstet werden, damit sie alle Linien bedienen können.

"Die Instandsetzung der ET420 gestaltet sich deutlich aufwendiger als ursprünglich angenommen. Wir werden aber bei den Qualitätsstandards keine Abstriche machen", erklärt Heiko Büttner. Insgesamt sollen 36 Fahrzeuge des Typs ET 420 durch das gesamte Münchner S-Bahn-Netz rollen können. Sie ergänzen die 238 Züge der Baureihe ET 423, die derzeit ein komplettes Redesign erhalten.

Bis Fahrplan umgestellt ist: Streckenagent informiert

Ziel sei es, die Auswirkungen des Ausfalls der Taktverstärker so gering wie möglich zu halten, entschuldigen sich die Verantwortlichen für die Einschränkungen. "Mit dem planmäßigen Ausfall der Taktverstärker stellen wir zum einen sicher, dass der Grundtakt zuverlässig gefahren werden kann, zum anderen schaffen wir Verlässlichkeit für die Kunden", sagte Büttner.

Bis der Fahrplan vollständig umgestellt ist, informiert der Streckenagent über die Ausfälle. Auf den betroffenen Linien sollen stark nachgefragte Grundtakt-Züge als Langzüge fahren. Die Sonderverkehre zum Oktoberfest, die die S-Bahn im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) fährt, können wie in den vergangenen Jahren angeboten werden.

Lesen Sie hier: Ausweitung des 20-Minuten-Takts der S-Bahnen

 

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