EM-Qualifikation gegen Polen Bayern-Profi Müller: "Jetzt geht es wirklich rund"

In der Nationalmannschaft vereint: Thomas Müller (links) und sein früherer Bayern-Kollege Toni Kroos, jetzt Real Madrid. Foto: dpa

Der Auftrag ist klar: Der Weltmeister will gegen Polen die Tabelle in der EM-Qualifikation korrigieren. Alle 23 Spieler sind bereit. Bundestrainer Löw warnt vor Lewandowski und Co. 

 

Frankfurt/Main - Die deutschen Nationalspieler erwarten im EM-Qualifikationsspiel gegen Polen einen heißen Fußball-Abend. "Es ist ein sehr wichtiges Spiel gegen den Tabellenersten, da werden wir an die Grenzen heranmüssen", sagte Bayern-Profi Thomas Müller vor der Partie am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in Frankfurt.

"Wir wollen die Tabelle korrigieren. Wir haben als Weltmeister klar den Anspruch, die Tabelle anzuführen", betonte Teammanager Oliver Bierhoff. Vor den letzten vier Spieltagen führt Polen (14 Punkte) die Gruppe D vor Weltmeister Deutschland (13) und Schottland (11) an.

Am Mittwoch konnte Bundestrainer Joachim Löw erstmals mit allen 23 Spielern trainieren. Auch Mesut Özil, der zuvor wegen einer Reizung der Patellasehne pausiert hatte, stand auf dem Übungsplatz. "Wir sind froh, dass alle gesund sind", sagte Bierhoff. Eine "definitive Prognose", ob Özil gegen Polen im offensiven Mittelfeld auflaufen kann, konnte der DFB aber noch nicht geben.

"Die Polen sind im Augenblick Tabellenführer, sie haben ein Wohlgefühl, eine Euphorie in ihrer Mannschaft", warnte Löw vor einem starken Gegner: "Sie spielen viel auf Konter, ähnlich wie es beispielsweise die Portugiesen machen. Am gefährlichsten sind sie immer, wenn der Gegner den Ball verliert, dann haben sie drei, vier hervorragende Offensivspieler."

Für Müller ist die Partie gegen seinen Bayern-Kollegen Robert Lewandowski und Co. gleich zum Saisonstart die schwerste Aufgabe: "Jetzt geht es wirklich rund. Wir haben mit Polen noch eine Rechnung offen. Es ist kein Spiel, in dem man im Vorbeigehen die Punkte mitnimmt."

Das Hinspiel in Warschau hatte das DFB-Team mit 0:2 verloren, es war die erste Niederlage gegen den Nachbarn. "Wir sind mit dem letzten Jahr nicht zufrieden, aber das lassen wir hinter uns", sagte Bierhoff. "Die Mannschaft war immer da, wenn es darauf ankommt. Da bin ich zuversichtlich. Auch in Polen haben wir es eigentlich sehr gut gemacht und einfach versäumt, die Tore zu machen."

Die Arbeit der Trainer sei schon seit Wochen darauf fokussiert, "wie man gegen tief stehende Gegner Lösungen findet", berichtete Bierhoff.

Sein EM-Trainingslager bzeieht der Weltmeister im Falle einer erfolgreichen Qualifikation mit ziemlicher Sicherheit wie bereits 2008 in Ascona am Laggo Maggiore. Das bestätigte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff am Mittwoch in Frankfurt/Main.

"Das Tessin ist die beste Option". Es stehen aber noch Gespräche und Verhandlungen aus", sagte Bierhoff. Erst wenn die Qualifikation für das EM-Turnier im kommenden Sommer (10. Juni bis 10. Juli) perfekt ist, will Bierhoff endgültig die Verhandlungen abschließen.

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Zudem werden für die Vorbereitungszeit noch zwei Testspiele in Deutschland geplant. Die Details wie Gegner und Spielorte sollen aber erst nach der EM-Gruppenauslosung am 12. Dezember in Paris festgelegt werden.

Bundestrainer Joachim Löw wird voraussichtlich wenige Tage nach dem Ende der Bundesliga-Saison am 14. Mai mit dem Gros seiner EM-Kandidaten in der Schweiz die Vorbereitung auf die EM-Endrunde beginnen, die nach Angaben von Bierhoff zehn bis zwölf Tage dauern wird.

Bereits vor der EM 2008 in Österreich und der Schweiz hatte Löw während des Trainingslagers mit seiner Mannschaft im Luxushotel Giardino gewohnt, wo der DFB-Tross wohl auch im kommenden Jahr Quartier bezieht. 2008 war Deutschland bis ins EM-Finale gekommen, im Endspiel aber mit 0:1 an Spanien gescheitert. In Évian-Les-Bains am Genfer See hatte der DFB zuvor bereits sein EM-Quartier Hotel Ermitage für die gesamte Zeit des Turniers (10. Juni bis 10. Juli) plus Vorlaufzeit gebucht.

 

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