Eklat nach AZ-Bericht U-Bahn-Chaos: CSU-Mann beschimpft SPD-Kollegen

Im großen Rathaussaal kam es am Mittwoch zum Eklat. (Symbolbild) Foto: Matthias Balk/dpa

Nach dem AZ-Bericht über die maroden Zustände bei den Münchner U-Bahnen kommt es im Stadtrat zum Eklat - Oberbürgermeister Dieter Reiter will nun rechtliche Konsequenzen prüfen lassen.

 

München - Es gibt bestimmte Themen in der Stadtpolitik, die einfach die Gemüter erhitzen. Der Verkehr gehört da in München ganz klar dazu. Ob U-Bahn, Radl oder Auto: Das Thema bewegt nicht nur (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes), es polarisiert auch. Und wenn sich die Geister zu sehr scheiden, kann es auch mal gewaltig krachen, ja regelrecht eskalieren.

Stadtrat Quaas: "Der Reissl hat ja wohl den A... offen"

So passiert ist das am Mittwoch in der Stadtrat-Vollversammlung. Es ging um das veraltete U-Bahn-Netz, dem der MVG-Chef selbst intern auf allen Ebenen ein miserables Zeugnis ausgesellt hat. Stadtrat Richard Quaas (CSU) kritisierte am Mittwoch – bereits emotional aufgeladen: "Da wurden früher nicht die Hausaufgaben gemacht – wir haben einfach jahrzehntelang geschlafen." Als Alexander Reissl, Chef der Rathaus-SPD, die Probleme entschärfen wollte ("Das Thema wurde dramatisiert") platzte aus Richard Quaas heraus: "Der Reissl hat ja wohl den A... offen".

Eine Bemerkung, bei der für OB Dieter Reiter (SPD) der Spaß aufhörte. Inzwischen ebenfalls sichtlich emotional aufgeladen rief er gleich mehrmals (und mit Fingerzeig auf Richard Quaas) in den Sitzungssaal: "Stadtrat Quaas wird hiermit gerügt. Das muss mit ins Protokoll!" Zudem wolle er die Beleidigung strafrechtlich prüfen lassen.

Das konnte Quaas auch mit einer anschließenden Entschuldigung bei Reissl nicht mehr entschärfen.

 

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