Einzelhandel München: Kaufkraft doppelter Bundesschnitt

Bei den Münchnern ist die Kaufkraft doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Foto: Schmalz

58000 Beschäftigte, 1,6 Millionen Quadratmeter Fläche, 17000 Menschen pro Stunde alleine in der Fußgängerzone, Milliardenumsätze: Der Einzelhandel der Stadt im Überblick.

 

München Der Einzelhandel in München, die Einkaufs-Hochburg Innenstadt und die Shopping-Zentren in der Peripherie: Ein umsatzstarkes Thema – eine echte Milliarden-Story. Die AZ erklärt, wie dieser Wirtschaftszweig funktioniert, seine Besonderheiten und seine bundesweite Bedeutung. Schließlich ist heute lange Shopping-Nacht.

Die Umsatzzahlen: Nach Schätzungen des Einzelhandelsverbands (LBE) wandern pro Jahr in München mehr als zehn Milliarden Euro über die Ladentheken. „Die Kaufkraft ist doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt”, erklärt LBE-Sprecher Bernd Ohlmann. Dazu tragen natürlich auch die vielen finanzstarken Kunden aus dem Ausland bei (siehe unten). Pro Quadratmeter wird ein Umsatz von knapp 7000 Euro erzielt.

Die Dimensionen: Rund 58000 Menschen sind in München im Einzelhandel beschäftigt. 1,6 Millionen Quadratmeter, ein Viertel des Innenstadt, belegen Geschäfte unterschiedlichster Größe. Die Einzelhandelsfläche pro Einwohner liegt mit 1,2 Quadratmetern leicht unter dem Bundesdurchschnitt (1,5).

Die Ketten-Geschäfte: Der Filialisierungsgrad, also der Anteil internationaler Ketten, ist in München relativ niedrig, er liegt deutlich unter dem anderer Einkaufszentren. In Zahlen: Bundesweit sind es 65 Prozent, in München im Schnitt nur 54 Prozent, in der Kaufinger Straße allerdings 81 Prozent. Bernd Ohlmann weiß um die Problematik: „Man schimpft darüber, aber die Kunden auch von außerhalb erwarten einfach, dass diese Geschäfte da sind.”

Die Kunden-Frequenz: Die meistbesuchte Meile Deutschlands – diesen Titel trägt die Münchner Fußgängerzone seit Jahren im Wechsel mit der Frankfurter Zeil und der Kölner Schildergasse. Bis zu 17000 Menschen pro Stunde passieren die und flanieren in der Kaufinger- und Neuhauser Straße – auf 900 Metern. 1972 wurde die „gute Stube” vom damaligen OB Hans-Jochen Vogel eröffnet.

Der Branchenmix: Laut einer Studie der LBE-Tochter Cima ist die Lage in München „ausgewogen”: Kurz- (Lebensmittel), mittel- (Bekleidung und Schuhe) und langfristige Konsumgüter (Artikel aus Bau- und Elektromärkten) machen jeweils rund 25 Prozent aus.

Für gehobene Ansprüche: Ehre, wem Ehre gebührt – die Maximilianstraße ist neben der Düsseldorfer Königsallee der renommierteste deutsche Luxus–Boulevard.

Die Mega-Meilen: In der Sendlinger Straße gibt es laut einer Studie von 2010 die meisten Schuh-Läden, in der Brienner Straße die für Möbel, Sachen für Haus und Heim und für Geschenke – letzteres reicht sogar für einen bundesweiten Spitzenplatz.

Das Einkaufs-Barometer: Wann ist in den Münchner Geschäften viel, wann wenig los? Wolfgang Fischer von Citypartner München weiß es genau: Der heißeste Einkaufstag ist – passendes, nicht zu schönes Wetter vorausgesetzt – der Samstag. „Da dehnt sich das Münchner Einzugsgebiet über das Umland bis nach Salzburg und zum Bodensee aus”, hat Fischer festgestellt. Am ruhigsten ist es montags und dienstags, ab Mittwoch nimmt der Andrang kontinuierlich zu. Wegen der langen Öffnungszeiten bis 20 Uhr läuft das Geschäft später an als früher. Bis 17 Uhr steigert sich die Frequenz, dann nimmt sie langsam wieder ab.

 

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