Eintracht Braunschweig gegen den TSV 1860 Stephan Fürstner: "Sascha Mölders ist ein Schlitzohr"

War jahrelang beim FC Bayern: Braunschweig-Kapitän Stephan Fürstner (re.). Foto: sampics/Augenklick

Beinahe wäre Ex-Bayer Stephan Fürstner im Sommer ein Löwe geworden – nun kämpft er mit Eintracht Braunschweig gegen den TSV 1860 und gegen den Abstieg aus der Dritten Liga.

 

München/Braunschweig - In Fußball-München gilt es immer erst eine Frage zu klären: rot oder blau? Ein Fan des FC Bayern – oder ein Löwe? Stephan Fürstner, in München geboren und am Ammersee aufgewachsen, weicht dieser Frage diplomatisch aus. "Da ich elf Jahre bei Bayern gespielt habe, habe ich natürlich viele Freunde und Wegbegleiter dort schätzen gelernt", sagt der Braunschweiger Kapitän im Gespräch mit der AZ: "Meine Familie und ich drücken Münchner Vereinen immer die Daumen, für uns sind beide Klubs München."

TSV 1860 verhandelte mit Stephan Fürstner

Am Samstag (14 Uhr, live bei Magenta Sport und im AZ-Liveticker) wird er seine Eintracht gegen die Sechzger in der Dritten Liga auf das Feld führen, "da ist kein Platz für irgendwelche Diskussionen ob rot oder blau". Dabei wäre er im Sommer beinahe ein Blauer geworden, hätte sich den Traum so manches oberbayerischen Fußballers erfüllt: Auch in München einen Vertrag zu unterschreiben. So bestätigte Löwen-Coach Daniel Bierofka Gespräche mit dem Mittelfeldregisseur, der für Greuther Fürth 30 Bundesliga-Spiele gemacht und dabei ein Tor erzielt hat.

"Dazu möchte ich nichts sagen", erklärt der Routinier zu den ergebnislosen Verhandlungen mit Sechzig: "Wir sind im letzten Saisondrittel und alles, was war, kann ich jetzt nicht mehr beeinflussen." Fürstner konzentriert sich auf die Eintracht. Und hat damit reichlich zu tun. Noch in der Hinrunde wirkte es, als werde der Zweitligaabsteiger bis in die Regionalliga durchgereicht. Ein Fiasko für einen Klub, der aus dem Bundesliga-Unterhaus mit bis zu zwölf Millionen Euro Fernsehgeldern pro Verein kommt.

Die Mannschaft wurde in der Winterpause radikal umgebaut, mit André Schubert verpflichteten die Niedersachsen einen Trainer mit Champions-League-Erfahrung. "Der Trainer hat der Mannschaft seine Ideen verinnerlicht, diese mit uns ausgearbeitet. Wir haben jetzt das Selbstvertrauen", erzählt Fürstner. "Wir haben wahnsinnig viele Gegentore in der Hinserie bekommen. Jetzt ist die Basis, dass wir sehr, sehr gut gegen den Ball verteidigen. Deswegen kommen die Ergebnisse dabei raus."

Stephan Fürstner: "Sascha Mölders ist ein Schlitzohr"

Die Eintracht spielte sieben Mal zu null in den vergangenen zehn Spielen, um genau zu sein. Fürstner geht im Mittelfeld voran, auch und vor allem im heimischen Stadion an der Hamburger Straße. "Wir haben uns den Schulterschluss mit den Fans wieder erarbeitet. Das trägt uns über die 90 Minuten", erklärt er: "Der Fußball, der hier gespielt wird, lebt von Emotion und Hingabe." Attribute, die bei Sechzig nicht zuletzt auf den Anführer passen.

"Über Sascha Mölders braucht man sich keine Informationen einzuholen. Er ist lange im Geschäft, man weiß, dass er unangenehm und torgefährlich ist", sagt Fürstner mit Blick auf das Löwen-Duell und meint: "Er ist ein Schlitzohr, das darf man nicht vergessen."

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