Einigung im Tarifstreik Aufatmen in München: Zur Wiesn droht kein MVG-Streik

Aufatmen: Zur Wiesn 2019 wird es keinen MVG-Streik geben. Foto: Tobias Hase/dpa

Stundenlang sitzen Vertreter von MVG und der Gewerkschaft Verdi am Freitag zusammen. Am Abend gibt es dann eine vorläufige Einigung.

 

München - Nach einer weiteren stundenlangen Tarif-Diskussionsrunde fanden Vertreter von MVG und der Gewerkschaft Verdi Freitagabend eine Einigung.

Die wichtigsten Punkte: Rückwirkend ab dem 1. Juli 2019 gibt es für alle Mitarbeiter mit dem bisher geringer bezahlten Tarifvertrag (TV) MVG aufgeteilt nach drei Stufen zwischen 130 und 150 Euro mehr im Monat. Dadurch liegt das Entgeld für diese Mitarbeiter nun sogar etwas höher als nach dem alten Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Bayern.

Analog werden auch die Schichtzulagen angepasst. Fahrer mit MVG-Vertrag bekommen genauso viel wie Fahrer mit altem Vertrag. Eine weitere Verbesserung für MVG-Fahrer: Wahlweise können sie sich ab sofort bis zu fünf zusätzliche Urlaubstage im Jahr erkaufen.

"Eine Kröte geschluckt" hätte die MVG bei einem der größten Streitpunkte: Die Laufzeit des Tarifvertrages. Die MVG wollte ursprünglich eine Laufzeit über 30 Monate, Verdi wollte 14 Monate – damit 2020 die Tarifverhandlungen von TV MVG und TV-N zeitgleich laufen.

Einigung im Tarifstreit: Kein MVG-Streik zur Wiesn

Langfristig wolle man an einem München-spezifischen Tarifvertrag arbeiten, kündigt Korte zudem an. Themen, die sie dabei mit Verdi besprechen wollen, sind die Weiterqualifizierung im Fahrdienst, die Verbesserung der Altersvorsorge und die flexiblere Arbeitszeitgestaltung – etwa durch Arbeitszeitkonten. "Mit diesen Maßnahmen wollen wir nicht zuletzt auch Personal gewinnen", erklärt Korte.

Durch die Kompromissbereitschaft, die man Verdi gegenüber gezeigt habe, hoffe man, dass bei der Tarifrunde 2020 keine weiteren Warnstreiks "auf dem Rücken der Fahrgäste" ausgetragen werden, sagt Korte. Damit ist auch ein zunächst befürchteter MVG-Streik zur Wiesn-Zeit vom Tisch. Auch bei Verdi ist die Freude über die Einigung groß: "Ein riesiger Erfolg, der vor allem durch den Streik und die gute Beteiligung beim Streik erzielt wurde", freut sich Franz Schütz von Verdi.

 

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