Ein Kölner gegen Golf und Co. Ford Focus: Daumen hoch für Generation vier

Der Auftritt des aktuellen Focus folgt stilistisch dem Markendesign der Kölner. Foto: Ford

Wie schlägt sich die vierte Generation des Ford Focus im Alltagseinsatz? Wir haben das mit einem 120 PS starken Automatik-Diesel im Fünftürer ausprobiert.

 

München - Der Ford Focus hatte lange Jahre ein Problem: Er stand immer im Schatten des VW Golf und kämpfte mit dem Opel Astra um Marktanteile. Die letztes Jahr gestartete vierte Generation des kompakten Kölners hat viel vom einstigen Abstand zum aktuell vor dem Modellwechsel ziemlich schwächelnden Klassenprimus aufgeholt. Warum – das klärt der Test.

Ford Focus: Überzeugende Leistungswerte

Klare Sache: Beim Fahrwerk und bei den Motoren lag Ford schon bisher zumindest auf Augenhöhe mit den Wolfsburgern. Das war auch am Testwagen zu spüren. Der war mit dem 1,5-Liter-EcoBlue-Diesel ausgestattet, der seine Abgase dank eines SCR-Katalysators Euro 6d-Temp-konform ins Freie entlässt.

Als Selbstzünder outet sich der 120 PS-Motor nur, wenn er noch nicht warm gefahren ist, danach geht es akustisch sehr dezent zur Sache. Eindrucksvolle 300 Newtonmeter Drehmoment vermag der Motor per relativ sanft schaltender Achtgangang-Automatik an die Vorderräder schicken, das reicht für einen Sprintwert von 10,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h. Das reicht locker, um immer und überall gut mit dabei zu sein. Mit 5,3 Liter je 100 Kilometer übertraf der Praxisverbrauch die Werksangabe nur um 0,6 Liter – das ist absolut akzeptabel.

Ford Focus vereint Dynamik und Komfort

Auf eine sehr überzeugende Art und Weise setzt sich auch das schon erwähnte Fahrwerk in Szene. Das ist nämlich wieder sehr gelungen und macht den Kompakten zu einem echten Spaßgerät, wenn man's mal in den Kurven ein wenig flotter angehen lässt: Sicher und solide ist der Focus sowieso, auf Wunsch gibt er auch noch den Dynamiker, dem kein Radius zu klein ist und bei dem trotzdem der Komfort nicht auf der Strecke bleibt. Respektvolle Grüße nach Köln: Das ist wirklich eine gelungene Angelegenheit.

Ford Focus: Verbessertes Platz- und Assistenzsystemangebot 

Um Großen und Ganzen gilt das auch für den Rest des Autos. Die Bedienung über den großen Touchscreen ist einfacher als in Generation drei, das Angebot an Vernetzung und Assistenzsystemen größer denn je, die Sitze meinen es nach wie vor sehr gut mit der menschlichen Rückseite und das Platzangebot speziell in Reihe zwei ist deutlich gewachsen. Etwas größer ist auch der Kofferraum des Fünfsitzers bei voller Bestuhlung mit einem Volumen von allerdings immer noch nicht wirklich beeindruckenden 341 Litern. Bei umgeklappten Rücksitzen stehen maximal 1.354 Liter zur Verfügung – das wiederum ist ein guter Wert.

Preise: Ford Focus je nach Ausstattung ab 18.700 Euro erhältlich

Wie gewohnt wird der Focus in diversen Ausstattungsvarianten von Trend über Cool & Connect, ST-Line, Active, Titanium bis Vignale angeboten, die Preise liegen dabei zwischen 18.700 Euro für den 85 PS-Trend-Benziner mit Handschalter und 34.800 Euro für den 150 PS starken Zweiliter-Diesel mit Automatik als Vignale. Der getestete Focus mit 120 PS, Titanium-Ausstattung und Achtgang-Automatik wird ab 29.600 Euro angeboten, diverse Nettigkeiten wie Zwei-Zonen-Klimaanlage oder Aluräder inklusive. Fazit: Der Generationen-Sprung hat sich gelohnt. Der Ford Focus ist wirklich gleichauf mit seinen Mitbewerbern aus Deutschland.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading