EHC-Star im AZ-Interview Konrad Abeltshauser spricht über seine Verletzung - und Barttrends

"Ich habe keine Beschwerden, habe das auch im Kopf abgehakt", sagt EHC-Verteidiger Abeltshauser nach seiner Knie-Operation. Foto: GEPA pictures/ho

Der EHC München startet gegen Ambri-Piotta in die Champions League. Exklusiv in der AZ spricht Konrad Abeltshauser über den Bewerb, seine Verletzung, Hundehalstücher und ein Bart-Vetorecht.

 

Konrad Abeltshauser (26) spielt seit 2016 beim EHC Red Bull München. Am Donnerstag (19.30 Uhr, Sport1) starten die Münchner gegen den HC Ambri-Pitta in die neue Champions-League-Saison.

AZ: Herr Abeltshauser, am Donnerstag geht es für Sie mit dem EHC Red Bull München in der Eishockey-Champions-League gegen Ambri-Piotta wieder los. Es wird schwer, die Vorsaison zu toppen, da schaffte man es bis ins Finale.
KONRAD ABELTSHAUSER: Ja, das ist ein richtig geiler Wettbewerb, der mit den Jahren immer besser geworden ist. Es war vergangene Saison eine großartige Erfahrung, sich mit den besten Teams in Europa zu messen. Es hat sich dann in der Mannschaft so ein Selbstvertrauen, so ein Wille entwickelt, das war einzigartig. Wie wir immer wieder Wege gefunden haben, um zu gewinnen, war ein großartiges Erlebnis. Im Finale bei den Frölunda Indians hatten wir dann vielleicht am Anfang zu viel Respekt, aber wir können sehr stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Aber wir wollen es noch besser machen. Wir hatten gerade ein Teammeeting, da haben wir unsere Ziele sehr klar definiert: Wir wollen die Champions League und die Meisterschaft gewinnen. Das ist unser Ziel. Wenn man kein Ziel hat, dann irrt man nur umher. Wir haben das Ziel – und auch einen Plan, wie wir das schaffen werden. Der Hunger nach Titeln brennt in uns. Was dann am Ende dabei rauskommt, wird sich zeigen.

Abeltshauser: "Vorbereitung hätte nicht besser laufen können"

Wie gut fühlt es sich denn an, dass Sie nach Ihrer Horrorknieverletzung, die Sie sich in den Playoffs gegen Berlin zugezogen haben, wieder auf dem Eis stehen?
Extrem gut. Ich habe keine Beschwerden, keine Schmerzen, habe das auch im Kopf abgehakt. Für mich hätte die Vorbereitung nicht besser laufen können: Erst das Spiel gegen Riessersee – im Boxen würde man dazu wohl Aufbaugegner sagen – und dann die Härtetests gegen Helsinki und Malmö beim Red Bulls Salute. Nach so einer Verletzung muss man sich im Kopf erst an manche Dinge heranarbeiten, wenn man die dann überwunden hat, dann gibt es keine Grenzen mehr, dann weiß man, dass alles hält, dass nix fehlt.

Abeltshauser und der Laden für Hundehalstücher

Haben Sie sich die Szene, bei der Sie sich verletzt haben, jemals im Video angeschaut?
Na. Mir reichen die Bilder, die ich davon im Kopf habe. Das ist hart genug. Es ist eher an der Zeit, dass ich das wieder mit was Positivem überschreibe.

Also war in diesem Sommer für Sie ausschließlich Reha und kein Urlaub angesagt?
Fast ausschließlich. Ich war einmal mit meiner Frau bei den Schwiegereltern in Halifax. Mein alter Verein, die Mooseheads, haben den Memorial-Cup, die kanadische Junioren-Meisterschaft, ausgerichtet und die alten Spieler wurden in die Zeremonie einbezogen. Wir sind dann mit einem Kriegsschiff, der Memorial Cup ehrt ja die Veteranen, eingefahren und haben die Trophäe präsentiert. Ich hole auch gerade meine Frau vom Flughafen ab, die war noch a bisserl bei ihren Leuten drüben. Denn in dieser Zeit der Vorbereitung hätte sie eh nicht viel von mir. Das hat sie ausgenützt.

Und sich wieder Inspirationen geholt?
Sicherlich. Da gibt es einen tollen Stoffladen in Kanada, da macht sie sich immer schlau, holt sich Informationen und Inspiration. Sie hat ja einen Laden für Hundehalstücher, da lebt sie sich kreativ aus. Das ist ein Hobby, das ihr Spaß macht. Der Laden heißt "Luna + Lion". Luna ist unser Hund.

Abeltshauser und das Leiden als Löwen-Fan

Und Sie als Sechzig-Fan der Löwe?
(lacht) In Bayern und in München macht man mit dem Löwen nie was falsch. Außerdem klang der Name mit zwei L einfach besser.

Wobei Ihre Löwen Ihnen ja gerade etwas Kummer machen nach dem 0:4 bei Waldhof Mannheim, dem 1:5 in Magdeburg, oder?
Das stimmt, aber wir Löwen-Fans sind ja bekannt leidensfähig. Ich habe mir auch die erste Halbzeit gegen Magdeburg noch im Fernsehen angeschaut, aber dann habe ich mir gesagt, ich schlaf' lieber eine Stunde, bevor meine ganze positive Energie wieder verfliegt. Aber ich bin Optimist, die Löwen schaffen das schon noch.

Abelshauser: "Ich rede ja gerne viel..."

Und der EHC? Wie ist Ihr Eindruck von den Neuzugängen?
Super! Die sind menschlich wahnsinnig gut, haben auch einen guten Humor und spielerisch haben sie ja bereits angedeutet, was sie draufhaben. Und ich bin mir sicher, wir haben nicht im Ansatz gesehen, was da noch kommt, wir werden an denen noch sehr viel Spaß haben. Wir wollen schließlich den Pokal zurück nach München holen.

Wie sehr verstehen die Neuen – wie der Rheinländer Philipp Gogulla –, was der Ur-Bayer Abeltshauser so sagt?
(lacht) Verstehen ist ein großes Wort. Wenn ich lange genug rede, kapieren sie irgendwann, worauf ich hinaus will – ich rede ja gerne viel, daher passt das schon. Ich sage mal so: Bis zur Wiesn werden wir schauen, dass die Jungs zumindest a bisserl wie Bayern aussehen und sich auch so anhören. Das kriegen wir schon hin.

Was sagt eigentlich Ihre Frau dazu, dass Sie sich immer wieder neue Bärte stehen lassen?
Ach, das überkommt mich einfach. Mal rasiere ich, mal ned. Dann lasse ich es wieder wachsen. Sie kennt das ja. Solange es ned vollkommen vogelwild ist, akzeptiert sie es, wenn es zu wild würde, wird sie aber – glaube ich – von ihrem Vetorecht Gebrauch machen.

Lesen Sie hier: Salute, EHC München! Der erste Titel ist da

 

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