EHC Red Bull München Feierverbot mit den Fans? Hier entschuldigt sich Pagé

Kapital gescheitert: Pierre Pagé, Trainer des EHC Red Bull München. Foto: GEPA pictures/ho

Die unglücklichen Aussagen von Pierre Pagé, dem Trainer des EHC Red Bull München, haben die Fans verstört. In der AZ erklärt er, was er eigentlich sagen wollte - und das die Spieler weiter feiern sollen.

 

AZ: Herr Pagé, Ihre Aussagen nach der neuerlichen Derby-Pleite gegen Straubing, dass die Spieler des EHC Red Bull München zukünftig die – eh spärlichen – Siege nicht mehr exzessiv mit den Fans in in der Nordkurve feiern sollen, hat bei den Fans für großen Umut gesorgt. Es gibt nicht wenige, die Ihren Kopf fordern...

PIERRE PAGÉ: Fakt ist: Ich war außer mir vor Wut nach dem Spiel gegen Straubing. Mir fehlen die Worte, um die Leistung meiner Mannschaft zu beschreiben. Fakt ist auch: Wenn ich außer mir vor Wut bin, sage ich auch mal Dinge, die sich in der Formulierung vielleicht dumm anhören. Das war so ein Fall. Ich weiß, dass viele meine Aussagen so verstanden haben, dass ich die Fans hassen würde. Nichts wäre weiter von der Wahrheit entfernt. Ich bin sehr dankbar für unsere Fans. Wir haben großartige Fans. Manchmal sind sie sogar viel besser als wir eigentlich verdienen. Dass meine Aussagen anscheinend so formuliert waren, dass sie falsch verstanden werden konnten, dass ich damit die Fans verletzt und aufgebracht habe, tut mir sehr leid. Sie sind die letzten, die es verdienen, auch nur das Gefühl zu haben, kritisiert zu werden.

Das heißt, die Spieler können weiter mit den Fans feiern? Also kein Tanzverbot?

Absolut. Auch mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass die Fans mit einbezogen werden. Sie sind ein Teil des Vereins, sie tragen den EHC im Herzen. Ich werde mich daher mit den Fansprechern am Freitag persönlich treffen, um klar zu machen, was ich sagen wollte. Ich werde mich jeder Frage stellen.

Wie gehen Sie damit um, wenn im Stadion am Sonntag trotzdem „Pagé raus“-Rufe erschallen sollten?

Der Kunde hat immer recht. Und sie haben jedes Recht, dem Ausdruck zu verleihen, was sie bewegt.

Die Feiern, das Singen der Sieges-Humba, auch die Eisraupe, das hat in München Tradition, gehört zum Erlebnis Eishockey einfach hinzu.

Das akzeptiere ich auch. Unsere Fans erinnern mich sehr an die Anhänger, die ich bei den Eisbären in Berlin hatte. Sie waren ein Teil von uns, ein Grund, warum wir so erfolgreich waren. Was ich nicht verstehe, ist, warum mein Team mit seinen Leistungen, die Stadt München, den Sport Eishockey, das Team, sich selber aber auch die Fans derart im Stich lässt. Das war das, was ich nach dem Straubing-Spiel eigentlich sagen wollte.

Dann versuchen wir es doch nochmal, wenn Sie nicht außer sich vor Wut sind...

Sehr gerne. Ich verstehe nicht, wenn ein Spieler, der viele der letzten Partien verloren hat, nach einem einzigen Sieg jedes Maß verliert. Sie sollen feiern mit den Fans, es ist mir sogar wichtig, dass wir unseren Dank zeigen, aber die Frage ist das wie. Wir haben unseren Fans viel zu oft nicht das geboten, was sie verdienen. Ich will nicht, dass wir nur einmal Grund haben groß zu feiern, sondern, dass sie das regelmäßig tun. Ich will nicht, dass mit einer Feier übertüncht wird, was alles nicht stimmt. Da schrillen bei mir die Alarmglocken. Man darf nicht zu übermütig, aber auch nicht zu traurig angesichts von Momentaufnahmen sein. Ein Boxer, der fünf Runden alles dominiert, deswegen aber überheblich wird, wird ausgeknockt. Und was haben ihm dann die fünf Runden gebracht? Nichts. Gar nichts.

 

6 Kommentare