EHC-Co-Trainer im AZ-Interview Jodoin: "Natürlich ist man in Gedanken bei Don"

"Wir tun, was getan werden muss, um die Siege einzufahren", sagt Clément Jodoin, Co-Trainer des EHC Red Bull München. Foto: imago images/GEPA pictures

"Wir fahren fort mit dem, was Don hier in München erschaffen hat": EHC-Co-Trainer Jodoin im AZ-Interview über Chefcoach Jackson, der bei seiner erkrankten Ehefrau weilt.

 

Der Kanadier Clément Jodoin war 2012 Assistenztrainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, 2017 war er Chefcoach der Eisbären Berlin und seit Januar 2019 ist er Co-Trainer beim EHC Red Bull München.

AZ: Herr Jodoin, Gratulation zum 2:1-Erfolg des EHC Red Bull München bei den Kölner Haien. Es war das erste Spiel, seit Cheftrainer Don Jackson nach Amerika gereist ist, um seine Frau bei einem medizinischen Eingriff zu unterstützen. Sie haben dabei Steve Walker als Assistent unterstützt.
CLÉMENT JODOIN: Danke, ich denke, es war ein guter Erfolg für uns, wir waren physisch und mental bereit für dieses Spiel, das erste Drittel waren wir noch nicht so präsent, aber dann haben wir das Heft in die Hand genommen, dominiert und auch zu recht gewonnen. Es war ein sehr guter Sieg in einer nicht ganz leichten Zeit.

Clément Jodoin: "Wir kümmern uns um das Team"

Wie schwer ist es auch für Sie persönlich, zu wissen, dass Jackson, mit dem Sie sehr eng sind, und seine Frau derart schwere Zeiten durchmachen?
Natürlich ist es keine einfache Situation. Unser Trainerteam steht sich sehr nahe, und natürlich ist man dann mit den Gedanken bei Don. Er hat sich jetzt um seine Frau zu kümmern, das ist richtig so. Wir kümmern uns um das Team. Unsere Aufgabe ist es, ihm so den Rücken frei zu halten. Wir fahren fort mit dem, was Don hier in München erschaffen hat. Wir spielen natürlich das gleiche System, wir trainieren identisch, wir ändern nichts, denn das System funktioniert.

Clément Jodoin: "Die Organisation hat ein System"

Zuletzt hatte der EHC eine Schwächephase, das Team tat sich ungewöhnlich schwer in den letzten Wochen.
Auch Eishockeyspieler sind nur Menschen. Ein Team besteht aus vielen Menschen und es wird immer passieren, dass mancher mal einen schlechteren Tag hat. Aber man darf nicht vergessen, wir sind immer noch Tabellenführer, man kann also wirklich nicht von einer schlechten Saison reden. (lacht)

Was den EHC in dieser Saison besonders auszeichnet, ist, dass die Mannschaft immer wieder einen Weg findet, Spiele doch noch zu gewinnen.
Völlig richtig. Wir gewinnen. Manchmal müssen wir sieben Tore schießen, weil wir fünf kassiert haben, manchmal reichen ein, zwei Treffer zum Erfolg. Wir tun, was getan werden muss, um die Siege einzufahren, das zeichnet die Red Bulls aus. Die Organisation hat ein System, eine Richtung, einen Plan. Wenn wir all das verfolgen und einhalten, haben wir Erfolg. Fast immer, wenn wir mal nicht gewonnen haben, war es so, dass wir vom Plan abgewichen sind, das System nicht konsequent durchgezogen haben. Dann heißt es, wieder auf den Weg, den wir kennen, zurückzusteuern.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading