Axt-Attacke von Würzburg Bayerisches Innenministerium bestätigt: Bekenner-Video echt

, aktualisiert am 19.07.2016 - 21:10 Uhr
Eine Szene aus dem Bekennervideo zum Amoklauf von Würzburg. Foto: Twitter

Nachdem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schon am Dienstagmittag verkündete, der Attentäter von Würzburg habe in ihrem Auftrag gehandelt, wurde nun ein angebliches Bekennervideo veröffentlicht.

 

Würzburg – Das von dem IS-Sprachrohr Amaq veröffentlichte Video zeigt einen jungen Araber, der mit einem Messer fuchtelt und einen Text in die Kamera spricht. Angeblich soll es sich dabei um den Attentäter von Würzburg handeln, der demnach Muhammad Riyad heißt.

Das Video trägt den Titel "Germany – Video of the Islamic State Soldier Muhammad Riyad Who Carried out the Wurzburg Attack". Auf deutsch: "Deutschland – Video des Soldaten des Islamischen Staats Muhammad Riyad, der den Würzburger Angriff durchführte".

In dem Video bezeichnet sich der Sprecher laut arabischen Internetseiten als "Soldat des Kalifats" und droht mit weiteren IS-Angriffen "in jedem Dorf, jeder Stadt und jedem Flughafen".

Das bayerische Innenministerium hat inzwischen die Echtheit des im Internet verbreiteten Bekennervideos zum Attentat von Würzburg bestätigt. "Der Mann auf dem Video ist der Täter von Würzburg", sagte ein Sprecher von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Klärung der Identität des Attentäters stützt sich nach Angaben des Innenministeriums auf Gesichtsvergleiche des Bundeskriminalamtes (BKA). Außerdem hätten Zeugen auf dem Video klar erkannt, dass dieses in Würzburg aufgenommen wurde, sagte der Sprecher.

Damit bestätigt sich, dass der Attentäter ein islamistisches Motiv hatte. Der Jugendliche habe sich an Nicht-Muslimen rächen wollen, die seinen Glaubensbrüdern Leid angetan hätten, hatte der Leitende Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager bereits am Nachmittag erklärt.

Der Attentäer hatte am Montagabend in einem Regionalzug bei Würzburg Mitreisende mit Axt und Messer angegriffen und fünf Menschen verletzt. Zwei von ihnen schweben noch in Lebensgefahr. Auf der Flucht wurde der Jugendliche von der Polizei erschossen.

 
 

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