Doppelte Stimmabgabe bei der Europawahl Günther Jauch setzt sich für Giovanni di Lorenzo ein

Giovanni di Lorenzo am vergangenen Sonntag in der Talkrunde von Günther Jauch Foto: imago/Müller-Stauffenberg

"Gemein und daneben", so verurteilt Günther Jauch in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung die Hetzjagd gegen Giovanni di Lorenzo. Der "Zeit"-Chefredakteur hatte in der Talkshow des Moderators gestanden, zweimal bei der Europawahl abgestimmt zu haben.

 

Giovanni di Lorenzos (55) überraschende Beichte am vergangenen Sonntag in der Talkshow von Günther Jauch (57) sorgt weiter für Wirbel. Der "Zeit"-Chefredakteur hatte in der Sendung berichtet, dass er bei der Europawahl zweimal gewählt hat - einmal als italienischer Staatsbürger und einmal als Bundesbürger. Das Europawahlgesetz schreibt jedoch vor, dass jeder Wahlberechtigte nur einmal seine Stimme abgeben darf. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Rückendeckung bekommt di Lorenzo nun von Jauch, der in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung seinen Talkgast verteidigt. So kenne er di Lorenzo seit über "30 Jahren als ebenso aufrechten Journalisten wie aufrichtigen Menschen". Was in der öffentlichen Debatte aus dieser Petitesse entstanden sei, habe ihn fassungslos gemacht.

"Menschen fordern di Lorenzos sofortigen Rücktritt als Chefredakteur, vergleichen ihn mit prominenten Steuerhinterziehern oder plädieren ernsthaft dafür, dass er umgehend ins Gefängnis gehöre. Haben wir die Maßstäbe für Schuld oder Unschuld, für Vorsatz oder Fahrlässigkeit, für Wichtiges oder vergleichsweise Nichtiges völlig verloren?", klagt der Moderator.

Er habe die Talkrunde am Sonntag als eine interessante politische Diskussion erlebt. Übrig bleibe jetzt allerdings nur der "kriminelle Wahlfälscher" aus Hamburg. "Das ist für mich so absurd, dazu noch gemein und im Namen angeblicher "political correctness" einfach nur daneben", stellt Jauch klar.

Di Lorenzo selbst drückte inzwischen sein Bedauern über die doppelte Stimmabgabe aus. "Mir war nicht bewusst, dass man bei der Europawahl nicht in zwei Ländern abstimmen darf", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Hätte ich es gewusst, hätte ich es nicht getan und natürlich auch nicht in der Sendung von Günther Jauch erzählt. Mir tut das aufrichtig leid."

 

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