Doppel-Acht geht plötzlich doch FC Bayern: Müller neben Coutinho - knickte Kovac vor den Egos ein?

Mittlerweile auch auf dem Platz nebeneinander: Thomas Müller (l.) und Philippe Coutinho. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Noch vor einem Monat hatte Bayern-Trainer Niko Kovac eine Doppel-Acht aus Philippe Coutinho und Thomas Müller abgelehnt. Gegen Berlin spielten dann plötzlich doch beide im Zentrum. Ein Zeichen der Schwäche?

 

München - Thomas Müller befindet sich im Aufwind. Nachdem er sich zu Beginn der Saison häufig auf der Bank wiederfand, durfte er in den letzten beiden Partien wieder von Beginn an ran. Neben Müller ebenfalls in der Startaufstellung: Superstar Philippe Coutinho, der in der Bayern-Offensive gesetzt zu sein scheint.

Wirbelten Müller und Coutinho in der Champions League gegen Olympiakos Piräus (3:2) noch auf dem rechten respektive linken Flügel, spielten sie gegen Aufsteiger Union Berlin (2:1) gemeinsam im offensiven Mittelfeld. Verwunderlich, hatte Bayern-Trainer Niko Kovac eine bayerisch-brasilianische Doppel-Acht vor rund einem Monat noch eine entschieden abgelehnt. 

Müller neben Coutinho: Kovac schloss Doppel-Acht aus

"Ich bin ganz ehrlich. Das wäre doch ein bisschen zu offensiv", antwortete Kovac auf der Spieltagspressekonferenz vor der Partie gegen den 1. FC Köln (4:0) auf AZ-Nachfrage. "Es ist nicht ausgeschlossen, aber zum jetzigen Zeitpunkt würde ich die Wahrscheinlichkeit nach unten reduzieren."

Kovac scheint es sich anders überlegt zu haben, die Wahrscheinlichkeit wieder zu steigern. Gegen Union durften beide nebeneinander spielen. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ob sich der Trainer sein Konzept von den Egos im Team diktieren lässt. Kritik an der Aufstellung ist beinahe nach jedem Spiel da – egal, welcher der Superstars nun auf dem Platz steht. Außerdem muss Kovac zudem auf Interessen der Bosse eingehen. Würde Coutinho wie James im letzten Jahr zum Bankdrücker, dürfte das Hoeneß und Rummenigge ebenso wenig gefallen. 

Hat die neue Doppel-Acht eine Zukunft?

Coutinho und Müller Seite an Seite - werden wir das also künftig öfter zu sehen bekommen? Wahrscheinlich nur gegen Außenseiter-Teams – zu offensiv wäre das Mittelfeld mit Thiago als alleinigem Sechser. Rekord-Stürmer Robert Lewandowski jedenfalls ist zufrieden mit der Kovac-Neuerung: "Ich bin sicher, Thomas Müller hilft uns in dieser Saison noch sehr oft. Ich freue mich einfach, dass wir so viele Offensivspieler mit solch einer Qualität in unseren Reihen haben", sagte der Pole nach dem Sieg gegen Union.

Ob es bei einem einmaligen Versuch bleibt oder Kovac nun trotz seiner vorherigen Absage auf die Doppel-Acht Müller/Coutinho setzt, könnte sich bereits am Dienstagabend zeigen, wenn es in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum geht (20 Uhr, Sport1, Sky und im AZ-Liveticker). Es ist jedoch damit zu rechnen, dass der Trainer Coutinho eine Pause gönnt, der in den letzten Spielen blass blieb und überspielt wirkte. Die Chance für Müller, sich weiter für die Bayern-Offensive zu empfehlen.

 

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