Dompierre Filmreife Baguettes

Erst Schwabing, jetzt die Maxvorstadt: Das Dompierre bringt französisches Lebensgefühl nach München. Foto: Daniel von Loeper

Thomas Häberle ist eigentlich in der Filmbranche tätig. Weil seine französische Frau aber gute Baguettes vermisste, hat er sich auch ins Bäcker-Handwerk eingearbeitet.

Man kann das Dompierre vielleicht als eine Laden gewordene Liebeserklärung verstehen[/INI_3]. Denn eigentlich hat Thomas Häberle mit dem Backhandwerk nicht sonderlich viel zu tun. Der 57-Jährige hat Jahrzehnte lang mit Filmlizenzen gehandelt – aber er hat eben auch eine Französin geheiratet. Und um deren Sehnsucht nach guten Baguettes und Croissants zu stillen, hat Häberle vor etwa zwei Jahren eine eigene Boulangerie aufgemacht.

In der Tengstraße in Schwabing gibt es schon länger ein Dompierre. Die Brioches und Pains au chocolat (jeweils 1,60 Euro) sind dort so beliebt, dass man manchmal schon zwei Stunden vor Ladenschluss vor einer leeren Theke steht. Aber eben weil es so gut läuft, will Häberle nun expandieren. Die Produktionsstätte wird demnächst in die Landsberger Straße umziehen. Mitte des Jahres soll eine neue Filiale am Viktualienmarkt folgen. Und in der Maxvorstadt ist es schon so weit: Dort hat vor zwei Wochen ein neues Dompierre eröffnet, der bislang zweite Laden nach dem in Schwabing.

Nun bekommt man also auch in der Schellingstraße französisches Brot und Gebäck. Stolz stehen die verschiedenen Baguettes in den Regalen, die Torsadées (2,80 Euro) und Epis (2,40 Euro). Drei mal am Tag wird frische Ware geliefert. Kunden, die sich auskennen, kommen am liebsten am Dienstag. Am Montag ist das Dompierre geschlossen, so kann der Teig besonders lange ruhen und wirft beim Backen dann kleine Bläschen, ein absolutes Qualitätsmerkmal.

Für den schnellen Hunger gibt es im Dompierre belegte Baguettes mit Schinken, Salami und Camenbert (je 3,70 Euro) oder welche mit Gänse- oder Entenrilette (3,90 Euro). Damit kann man sich an eines der beiden kleinen Tischchen setzen, einen Espresso (1,90 Euro) dazu trinken und bei einem schweifenden Blick über die Regale überlegen, was man für zu Hause noch so brauchen könnte: Französischen Honig, Marmelade, Fischsuppe? Auch davon gibt es im Dompierre nämlich eine kleine Auswahl.

Die Franzosen sind für Thomas Häberle übrigens nicht nur hervorragende Bäcker, sondern gehören auch zu besten Filmemachern der Welt. Das ein oder andere Nouvelle-Vague-Plakat wird er im Laden in der Schellingstraße deshalb noch aufhängen. So ganz soll die Verbindung zu seinem alten Metier ja auch nicht abreißen.

Schellingstraße 34, Di. bis Fr. 7.30-18.30 Uhr, Sa. 8-14 Uhr, So. 8-12 Uhr, www.dompierre.de, Tel.: 71 67 88 68

 

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