Doch die alten Probleme bleiben München: Der Tierschutzverein weiht sein neues Hundehaus ein

 Foto: Bernhard Lackner

Das Tierheim München baut wieder einmal – nun unter der Leitung von Dalia Zohni (42). Die Situation hat sich in den letzten Jahren verschärft.

 

Welpen gehen immer, darum sind auch bei diesem Termin des Tierheims mehrere dabei, die die nicht annähernd so flauschigen Menschen, um die es eigentlich geht, immer wieder auf den Arm nehmen. Denn Welpen sind das universelle Symbol für Oooh-wie-ist-das-süß-es-gibt-kein-Böses-auf-der-Welt.

Aber Böses gibt es eben doch oft, leider auch Dummes, darum sind Tierheim und Tierschutzverein ja notwendig. "Es wächst in München nicht nur die menschliche Bevölkerung", sagt die Dritte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD), "es wächst auch die tierische Bevölkerung. Und der eine oder andere Mensch weiß offenbar nicht mehr so genau, was er sich mit einem Tier für eine Verantwortung ins Haus holt."

Das illegale Welpenhandel-System macht Probleme

Das zeigen auch die Zahlen : Der Tierbestand auf dem Gelände in Riem ist deutlich angewachsen : 2016 waren es noch 7.385 Tiere, die hier residierten, 2017 dann schon 7.709. Deutlich erhöht hat sich die Zahl der Wildtiere, die das Tierheim aufgenommen hat, sagt der Vorstandsvorsitzende Kurt Perlinger.

Außerdem die der Zahl der geretteten Welpen; oft sehr kranke Tiere aus dem illegalen Welpenhandel-System - ein Problem, das immer schlimmer wird. Auch sie sollen in dem neuen Hunde-Haus unterkommen, das seit Dezember 2017 gebaut wird und das die Landeshauptstadt München mit 1,525 Millionen Euro bezuschusst. Fertig werden soll das Haus in der zweiten Hälfte des Jahres 2019.

Pfarrer Schießler weiht das Hundehaus

Das ist nun aber nicht mehr die Baustelle von Tierheim-Leiterin Sandra Giltner, die seit 2014 hier arbeitete; sie ist jetzt in Mutterschaftsurlaub. Seit 1. März leitet Dalia Zohni (42) das Heim. Die promovierte Tierärztin ist für mindestens ein Jahr im Amt - aber gern wolle man längerfristig mit ihr arbeiten, sagt Vorstand Perlinger. Das Tierheim-Personal habe sich "deutlich für eine Veränderung" ausgesprochen.

Pfarrer Rainer Maria Schießler ist auch da und weiht das Hunde-Haus - mit von ihm erwarteter Mini-Unangepasstheit: Das Weihwasser hat er in einer Bierlikör-Flasche dabei. Er trägt eine Predigt über einen Hund vor, alle Tierfreunde seufzen. Schießler ist da ähnlich wie Welpen: geht auch immer.

 

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