Diskussionen trotz Double-Chancen FC Bayern: Das unwürdige Gezerre um Niko Kovac

Trainer des FC Bayern: Niko Kovac Foto: imago images / Christian Schroedter

Die Zukunft von Niko Kovac beim FC Bayern ist trotz der Double-Chancen unsicherer denn je. Die Fragen und Antworten zum Thema.

 

München - Man kann davon ausgehen, dass der freie Montag für Niko Kovac ein Segen war. Ein letztes Mal Kraft tanken, die Gedanken sortieren, Ablenkung finden – ehe es am Samstag im Fernduell mit Dortmund um die Meisterschaft geht. Und um den Job des Bayern-Trainers. Denn nach diesem denkwürdigen Wochenende ist klar, dass der Coach die Meisterschaft holen muss, mindestens.

Wenigstens Kovacs größter Unterstützer glaubt, dass dies gelingen wird. "Die Ausgangsposition ist für Dortmund viel schwieriger als für uns", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem "Kicker": "Sollen wir Angst haben, dass wir zu Hause gegen Frankfurt verlieren? Ich habe keine Sorge, wir haben alle Vorteile auf unserer Seite."

Schon ein Remis gegen die Eintracht, Kovacs Ex-Klub, würde für den siebten Titel in Serie genügen. Und dann? Ob Kovac auch in der kommenden Saison Bayern-Trainer bleiben darf, ist ungewiss. Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum unwürdigen Gezerre um den Coach.

Trainer-Frage beim FC Bayern: Wer steht hinter Niko Kovac?

Im bayerischen Machtgefüge hält einzig Präsident Hoeneß Kovac die Treue, bei Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic überwiegen inzwischen die Zweifel. Überraschend deutlich ging Salihamidzic im ZDF-"Sportstudio" auf Distanz zu Kovac, als er bei einer konkreten Nachfrage zur Zukunft des Trainers sagte: "Wir werden sehen."

Rummenigge verwies am Samstag in Leipzig auf Kovacs Vertrag bis 2021 und betonte abermals, dass er "kein Problem" mit dem Trainer habe. Er sei, so Rummenigge weiter, allerdings "kein Freund" von Jobgarantien "und auch nicht davon, die Spieler und den Trainer nur zu loben. Ich habe festgestellt: Manchmal wird das mit Bequemlichkeit bezahlt und das ist bei Bayern München nicht der richtige Weg." (Lesen Sie dazu: Wegen Kovac - Experten kritisieren Rummenigge)

Die Frage ist nur: Brauchen Kovac und die Mannschaft in dieser entscheidenden Phase tatsächlich eine solche Extra-Motivation der Klubführung, diesen Extra-Stress? Wäre Ruhe im Umfeld nicht besser? Die Partie am Samstag gegen Frankfurt und das Pokalfinale eine Woche später gegen Leipzig werden Antworten liefern.

Was wird Niko Kovac konkret vorgeworfen?

Die Kritik an Kovac kommt nicht nur aus der Führungsetage, sondern auch aus der Mannschaft. Hintergrund: Einige Stars vermissen in der Offensive eine klare Spielphilosophie des Trainers, der immer wieder zur defensiven Kontrolle mahnt. Und trotzdem hat Bayern in der Liga so viele Gegentore kassiert wie zuletzt 2011 (schon 31). Rummenigge wünscht sich generell attraktiveren Fußball. Hoeneß hingegen verteidigt (bislang) den Trainer, den vor allem er haben wollte. Es ist auch ein Machtkampf der Bosse, der auf Kovacs Rücken ausgetragen wird.

Wer könnte auf Niko Kovac folgen?

Ajax-Trainer Erik ten Hag wird weiter gehandelt, ebenso Ex-Bayern-Profi Mark van Bommel von PSV Eindhoven. "Sport Bild" brachte am Sonntag Leipzig-Coach Ralf Rangnick ins Gespräch. Warum eigentlich nicht? Ein Treffen mit Ex-Spanien- und Real-Trainer Julen Lopetegui dementierten die Münchner. Ein sehr interessanter Mann ist Tottenhams Mauricio Pochettino, der bereits vor gut einem Jahr Thema bei Bayern war. Damals scheiterte der Deal auch deshalb, weil der Argentinier einen sehr üppigen Trainerstab mitbringen wollte.

Seitdem hat Pocchetino viele Argumente gesammelt: Er führte Tottenham in dieser Saison ins Champions-League-Finale – ohne Transferausgaben vor der Saison.

Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Bayerns Bosse wollen zunächst das Pokalfinale abwarten. Dann wird kritisch und ehrlich analysiert. Selbst bei einem Double-Gewinn sieht es aktuell eher nach einer Trennung aus. Es hängt jetzt davon ab, welche Alternative Bayern findet, um das Team der Zukunft zu formen. Kovac traut man diese Mission offenbar nicht zu. Ob der Coach vielleicht sogar von selbst geht?

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