Dieter Schneider "Ehrlichen Mann nicht als Lügner beschimpfen"

Dieter schneider verhandelt mit Uli Hoeneß' FC Bayern. Foto: dpa/firo/sampics

Nach Fan-Affront: Löwen-Präsident Dieter Schneider hält die Kritik der Fans an Uli Hoeneß für unangebracht. "Wir haben kein Geld vom FC Bayern bekommen".

 

München - 1860-Präsident Dieter Schneider zeigte wenig Verständnis für den Fan-Aufstand beim großen Nachbarn. „Das bedauere ich sehr. Man kann so einen ehrlichen Menschen nicht als Lügner beschimpfen“, sagte der 63-Jährige. Die Kritik aus der Kurve hält Schneider zudem für unangebracht. „Wir haben wirklich kein Geld vom FC Bayern bekommen.“ Die Bayern hätten nur Zugeständnisse gemacht, die kaufmännisch vertretbar seien.

Am Samstag hatten Teile der Fans beim Bundesliga-Heimspiel gegen Gladbach (1:0) mit Spruchbändern und Plakaten ihrem Unmut über die finanzielle Unterstützung des Lokalrivalen 1860 München und der geplanten Verpflichtung von Nationaltorhüter Manuel Neuer Luft gemacht. Dabei richtete sich ihr Zorn vor allem gegen Hoeneß, der sich Hassgesänge anhören musste und als „Lügner“ beschimpft wurde.

Auch Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber verurteilte das skandalöse Verhalten der Anhänger am Montag in einer Stellungnahme. „Echte Fans halten gerade in dieser entscheidenden Phase zusammen und greifen nicht auf unflätigste Weise Uli Hoeneß an, die Seele des Vereins. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass diese kleine Minderheit die Fans des FC Bayern repräsentiert“, meinte Stoiber, Vorsitzender des Verwaltungsbeirats der Bayern. Hoeneß sei „der Vater des sportlichen und wirtschaftlichen Erfolges. Er hat immer das Wohl und das Ansehen des FC Bayern im Blick. Zum Sport gehört Fair Play - die üblen Ausfälle vom Samstag haben in einer Sportarena nichts verloren.“

Auch Ottmar Hitzfeld sieht dies ähnlich. „Das würde jeden von uns treffen“, sagte der ehemalige Bayern-Trainer und Hoeneß-Freund: „Uli ist einer, der sich immer für die Fans einsetzt. Ich hoffe nur, dass er ruhig bleibt und sich nicht von einer kleinen Gruppe verrückter Fans beeinflussen lässt.“

Bereits am Samstag hatte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger von einem echten „Schockerlebnis“ gesprochen: „Es ist eine Schande für den FC Bayern, wie sich Teile der Fans verhalten haben gegen einen Mann, der in den letzten 30 Jahren nichts anderes im Kopf und im Herzen gehabt als als den FC Bayern. Diese Schärfe ist absolut unangebracht.“

 

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