Die Meisterschaft ist entschieden Bayern holen wohl den Titel - Peps härteste Schale

Noch nie mussten Peps Bayern so um die Meisterschaft kämpfen. Foto: DFB

Der vierte Titel in Folge ist dem FC Bayern fast nicht mehr zu nehmen. "Ich weiß nicht, ob's die ganz große Aufholjagd noch gibt", sagt Tuchel.

 

München - Kann, soll man den Bayern gratulieren? Man muss wohl – ja! Sieben Punkte und nur noch fünf Spiele, nur noch 15 Zähler sind an den letzten Spieltagen zu vergeben. Das war's wohl. Die Vorentscheidung um den Titel 2016 ist durch das 2:2 der Dortmunder beim FC Schalke gefallen

Eine Leihgabe der Bayern war direkt beteiligt, Pierre-Emile Höjbjerg. Das Tor zum 2:2 per Elfmeter erzielte ein Niederländer, Klaas-Jan Huntelaar. Bayerns Schalen-Überbringer. Die Dortmunder haben nach dem Revierderby aufgegeben – so klingt es. "Es ist schon ein sehr realistisches Szenario, dass die Bayern Meister werden. Die ganz große Aufholjagd – ich weiß nicht, ob's die noch gibt", sagte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel und trauerte dem Samstag nach: "Die letzte Möglichkeit, noch einmal heranzukommen, wäre gewesen, wenn sie in Stuttgart gestrauchelt wären." Doch Bayern siegte 3:1 beim VfB Stuttgart, es war bereits der vierte Erfolg hintereinander seitdem man mit dem 0:0 Anfang März Verfolger Dortmund auf Distanz gehalten hatte. Jedes Wochenende ein Spiel weniger, Titel Nummer 26 rückt näher und näher.

Guardiolas dritte Schale im dritten Jahr

Sportchef Michael Zorc kommentierte: "Die Spiele werden immer weniger, die Bayern gewinnen immer weiter, wir sind doch alle Realisten." Also Vizemeister. Und Tuchel beklagte sich dann noch: "Wir hätten gerne mal die Situation gehabt, dass wir samstags vor den Bayern spielen und bis auf zwei Punkte herankommen können. Das war seit Wochen anders." Tja, dann hätte der BVB letzte Saison unter Tuchels Vorgänger Jürgen Klopp die Champions League erreichen müssen. Wer Europa League spielt, muss donnerstags ran – und daher in der Bundesliga sonntags.

Frühestens kann der FC Bayern nun in zwölf Tagen am 23. April Meister werden – im Olympiastadion von Berlin. Wenn man nach dem Spiel bei Hertha BSC, dann nach dem 31. Spieltag zehn Punkte vor dem BVB liegt. Schöner wäre natürlich eine Heimparty eine Woche später in der Allianz Arena gegen Borussia Mönchengladbach. Es wird Guardiolas dritte Schale im dritten Jahr – und seine härteste, weil schwierigste. Was vor allem am starken BVB lag.

2001 wären die Dortmunder mit ihrem Punktestand Meister geworden

Die Dortmunder sind "die besten Zweiten aller Zeiten in Deutschland und eine große, große Mannschaft”, sagte der Bayern-Trainer. Recht hat er. Nie war eine Mannschaft auf Rang zwei so gut, punktete dermaßen konstant. Der Abstand zu Rang drei, zu Hertha BSC? Satte 19 Zähler, der Vizemeister-Titel ist dem BVB in deren bester Saison der Vereinsgeschichte (!) nicht mehr zu nehmen.

Zum Vergleich: 2001 reichten den Bayern ganze 63 Zähler zum Titel, Thomas Tuchels Dortmunder haben schon fünf Punkte mehr. 2016 verlor der BVB keines seiner 18 Pflichtspiele (14 Siege, vier Unentschieden). Das beste Team der Rückrunde mit 30 von 36 möglichen Punkten, schaffte 21 Siege in 29 Spielen – was zuvor nur Bayern (fünf Mal) und Schalke (1971/72) gelungen war.

In den letzten Jahren war es viel einfacher für die Münchner, ihre Titel einzufahren – ob letzte Saison, als man am Ende zehn Punkte vor Wolfsburg lag (und drei der letzten vier Spiele verlor). 2013/14 erreichte man mit 21 Zählern Vorsprung vor dem BVB das Ziel, im Jahr zuvor unter Jupp Heynckes mit 25 Zählern.

Die einmalige "4" – trotz vieler Verletzungen

Guardiola musste viele Schwierigkeiten überstehen. All die Verletzten wie Franck Ribéry (Hinrunde) und Arjen Robben (Rückrunde) sowie das Fehlen der beinahe kompletten Innenverteidiger. Dauer-Pechvogel Holger Badstuber, der ständig am Muskel verletzte Medhi Benatia, dazu die Immer-Mal-Wieder-Ausfälle von Javi Martínez und die schwere Adduktorenverletzung von Jérome Boateng Ende Januar. Dazu kam das Problem mit Mario Götze für den Guardiola keine richtige Verwendung hatte und hat sowie die Diskussionen um seine Person, nachdem kurz vor Weihnachten klar wurde, dass er seinen Vertrag nicht verlängert und ab Sommer bei Manchester City anheuert. Pep, eine "lame duck"? Nein. Der Schalen-Pep hat es auch 2016 geschafft. Und man hat die einmalige "4" geholt – den vierten Titel in Serie. Das gab's noch nie. Bravo, Bayern!

 

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