Die Deutschen und ihr Auto Fortbewegungsmittel statt Statussymbol

Autos dienen in erster Linie der Fortbewegung, vor allem bei Familien Foto: ddp images

Das Auto als Statussymbol? Offenbar nicht mehr. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Deutschen vor allem die Mobilität am fahrbaren Untersatz schätzen - und nicht die neidischen Blicke der Nachbarn.

 

Hartnäckig hält sich das Klischee vom autovernarrten Deutschen, dem nichts so wichtig ist wie seine blitzblank polierte Karosse, der sich an den neidischen Blicken der Nachbarn ergötzt, die es sich nur eine Nummer kleiner leisten können. Wie das aber so ist mit Klischees: Oftmals sind sie falsch - das gilt auch für dieses. Als Statussymbol hat das eigene Fahrzeug in Deutschland praktisch keine Bedeutung mehr, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Foto:Emind/pkw.de

Für lediglich zwei Prozent der Bundesbürger ist das Automobil in erster Linie ein Statussymbol, das ist eine von mehreren überraschenden Erkenntnissen aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Im Rahmen der von der Online-Autobörse pkw.de initiierten Studie befragten die Meinungsforscher von Emnid 1000 Bundesbürger im Alter von 18 bis 64 Jahren über ihre Einstellung zum Auto und ihre Ansichten zu Internet-Automarktplätzen.

Mobilität ist Trumpf

64 Prozent der Befragten gaben an, dass das Auto für sie vor allem ein Garant für Unabhängigkeit und Mobilität sei. Für Frauen ist dieser Gesichtspunkt noch wichtiger als für Männer. 67 Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer erklärten, mobil zu sein, sei der entscheidende Aspekt in ihrer Beziehung zum eigenen Fahrzeug. Bei den Männern waren es 60 Prozent, die diese Auffassung äußerten. Das Auto als Statussymbol zu empfinden, ist bei den Jüngeren stärker verbreitet als bei den Älteren. Fünf Prozent der 18- bis 34-Jährigen sprachen sich entsprechend aus, in den Altersgruppen 35 bis 44 Jahre und 55 bis 64 Jahre waren es dagegen jeweils null Prozent.

Für 13 Prozent der Deutschen ist das Auto wiederum hauptsächlich eine familiär bedingte Notwendigkeit, für zehn Prozent eine berufliche. Erst danach kommt der Lustfaktor. Nur neun Prozent gaben an, dass ein Automobil für sie in erster Linie Spaß bedeute.

"Grüne" Antriebe kein wirkliches Kaufkriterium

Weitere Überraschung: Umweltfreundliche alternative Antriebe scheinen die Deutschen kalt zu lassen. Lediglich vier Prozent sagten, dass ein solcher Antrieb für sie das entscheidende Kriterium beim Autokauf sei. Am wichtigsten ist für die Bundesbürger der Preis (35 Prozent), danach folgen Marke und Modell (16 Prozent), Sicherheit (elf Prozent), Fahrverhalten und Leistung (zehn Prozent) sowie Komfort und Ausstattung (neun Prozent). Ein bisschen zeigt sich das "grüne" Gewissen darin, dass für zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer der Kraftstoffverbrauch ausschlaggebend ist - wobei angesichts hoher Spritkosten der finanzielle Aspekt hier vermutlich überwiegt.

Online kaufen die Deutschen lieber vom Händler als von privat

Das größte Plus von Autobörsen im Internet ist für 24 Prozent der Befragten die hohe Zahl an aktuellen Inseraten, die sie dort vorfinden. Dass sich Anzeigen gut miteinander vergleichen lassen, empfinden 20 Prozent als zentralen Vorteil der Autoplattformen. Weitere 16 Prozent finden es besonders gut, dass sich online gezielt nach einem bestimmten Modell suchen lässt und neun Prozent nannten günstige Preise als wichtigstes Argument für die Nutzung von Internetbörsen. Auch spannend: Die Bundesbürger kaufen ihr Auto online offenbar lieber beim Händler als von einem Privatverkäufer. Gerademal drei Prozent der Umfrageteilnehmer bekannten, dass für sie die vielen privaten Anzeigen das größte Plus von Autobörsen darstelle.

 

0 Kommentare