Die Boss-Frage Wer in der Abwehr des FC Bayern jetzt das Sagen hat

Drei Kandidaten für Bayerns Abwehrzentrale (v.l.): David Alaba, Javi Martínez und Jérôme Boateng. Foto: AZ-Montage, Augenklick/Rauchensteiner/firo

Lucas Hernández will zur Rückrunde wieder fit sein – aktuell sucht Coach Hansi Flick noch nach der Top-Besetzung für die Abwehrmitte des FC Bayern. Die AZ erklärt, wer gegen Gladbach die besten Chancen hat.

 

München - Lucas Hernández zählt bereits die Tage. Ungeduldig und voller Vorfreude. Wie ein Kind, das unter dem Christbaum endlich sein neues Lieblingsspielzeug auspacken darf. Für Hernández findet Weihnachten heuer schon ein bisschen früher statt. "Es geht mir immer besser. Ich bin jetzt noch etwa zehn Tage von der Mannschaft weg, dann möchte ich langsam wieder einsteigen", erklärte der Franzose am Sonntag bei einem Fanklubbesuch: "Mein Ziel ist, die Rückrundenvorbereitung komplett mitzumachen und bis Mitte oder Ende Januar wieder mit der Mannschaft anzugreifen."

Dafür schon mal: viel Erfolg! In der kommenden Woche wird Hernández also vermutlich wieder mit den Kollegen trainieren, das Trainingslager in Doha (Katar), das am 3. Januar beginnt, hat für den 23-Jährigen eine große Bedeutung. Zum Rückrundenstart treten die Münchner am 19. Januar bei Hertha BSC an.

FC Bayern: Flick greift auf Guardiola-Plan zurück

Für Hernández, den 80-Millionen-Euro-Neuzugang und Wunsch-Abwehrboss des FC Bayern, soll es der Neustart sein nach einem echten Horrorjahr. Zwischen Februar und August zwang den Weltmeister eine Innenbandverletzung inklusive OP rund ein halbes Jahr zum Zuschauen. Ende Oktober folgte die nächste Hiobsbotschaft: Hernández verletzte sich abermals schwer am Innenband.

Die Bayern mussten improvisieren – erst recht, als sich Niklas Süle (24) auch noch einen Kreuzbandriss zuzog. Der deutsche Nationalspieler will zwar bis zur EM fit werden, ein Einsatz bei Bayern ist in der verbleibenden Saison aber nahezu ausgeschlossen. Trainer Hansi Flick (54) hat deshalb auf den Plan von Pep Guardiola zurückgegriffen und David Alaba (27) zum Innenverteidiger gemacht, links hinten spielt Juwel Alphonso Davies (19).

In den ersten vier Spielen unter Flick (vier Siege, 16:0 Tore) klappte das gut, die Bayern-Abwehr agierte sicher, souverän. Doch am Wochenende beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen wurden Mängel offensichtlich. Speziell bei Javi Martínez (31). Der Baske kam bei den Leverkusener Angriffen ein ums andere Mal zu spät, wirkte unkonzentriert.

FC Bayern: Javi Martínez ist angeschlagen

Ob Flick nun vor dem Topspiel bei Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) umdenkt? Martínez ist angeschlagen, konnte am Mittwoch nicht trainieren. Und als Alternative steht immerhin Jérôme Boateng (31) bereit. Der Weltmeister überzeugte zuletzt beim Champions-League-Spiel in Belgrad, er hat gegenüber Martínez Vorteile in der Spieleröffnung und in puncto Schnelligkeit.

Boateng kommt in dieser Saison auf einen Topspeed von 33,74 km/h, Martínez "nur" auf 31,55 km/h. Alaba liegt bei einem Wert von 32,66. Der Österreicher hat allerdings im Antritt klare Vorteile gegenüber Boateng und Martínez – und dürfte aus diesem Grund fürs Topspiel in Gladbach gesetzt sein. Da warten nun die Sturmraketen Breel Embolo (22) und Marcus Thuram (22) auf Bayern. Schwerstarbeit!

Flick fahndet daher nach dem idealen Partner für den neuen Abwehrboss Alaba, der Coach schätzt Boateng und Martínez sehr. "Javi ist einer, auf den man sich als Trainer verlassen kann, der für einen durchs Feuer geht", schwärmte Flick bei einem Fanklubbesuch. "Er ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft, macht seine Sache sehr gut. Die letzten Spiele war er klasse." Mit Boateng hielt Flick kürzlich eine Extraschicht ab, der WM-Triumph 2014 verbindet beide. Martínez oder Boateng? Es ist eine der wichtigsten Personalfragen vor dem Liga-Gipfel.

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