Die AZ testet den BMW X1 20d Der macht aber echt Spaß

Auch der kompakte X1 trägt das aktuelle SUV-Gesicht von BMW - er wirkt damit durchaus erwachsen. Foto: Rudolf Huber

Das kompakte Premium-SUV ist seit dem letzten Jahr im strengsten Sinn gar kein richtiger BMW mehr. Es fährt sich aber trotzdem so.

 

München - Mit seinem X1 hat BMW einen echten Volltreffer gelandet. Knapp eine Dreiviertelmillion Exemplare wurden von der ersten Generation des Soft-SUV verkauft, das reichte aus dem Stand zum dritten Platz im Modell-Mix der Münchner. Seit letztes Jahr Generation zwei eingeführt wurde, läuft der X1 noch ein bisschen besser – er hat mehr Platz, moderne Technik – und er schaut auch noch besser aus.

BMW brach mit dem aktuellen X1 zum wiederholten Mal das Dogma, dass ein weiß-blaues Auto zwingend Heckantrieb oder Kraft auf alle Viere haben muss. Weil der X1 die Antriebstechnik des erfolgreichen Active Tourer nutzt, kommt er eben entweder mit Frontantrieb, oder mit Kraft an allen Rädern. Die dynamischen oder sportlichen Ansprüche der BMW-Fahrer werden damit ebenso befriedigt wie mit dem konventionellen Antrieb. Der AZ-Testwagen war mit dem xDrive genannten Vierradantrieb, der Steptronic genannten Automatik mit acht Gangstufen und dem Zweiliter-Diesel mit 190 PS angetreten. Eine geradezu perfekte Kombination, die den X1 zum schnellen, geschmeidigen, komfortabel zu bedienenden und vergleichsweise wirtschaftlichen Untersatz macht.

Keine Schwächen bei Komfort und Fahrdynamik

Das Gewicht von nur gut 1,5 Tonnen sorgt dafür, dass die 190 Dieselpferdchen mit dem X1 leichtes Spiel haben und ein souveränes Fahren möglich machen. Wenn's mal etwas pressiert, wird per „Fahrerlebnisschalter“ auf Sport gedrückt, schon geht es nachdrücklich dahin. 7,8 Sekunden für den 100er-Sprint und 222 km/h Spitze: das passt! Zur überzeugenden und gepflegten Art, mit der der 20d dahinschnürt, passt auch der Verbrauch: Die 4,7 Liter laut Norm (mit 19-Zoll-Reifen) waren logischerweise in der Praxis nicht zu schaffen. Aber im Schnitt überzeugende 5,8 Liter – bei durchaus nicht lahmer Fahrweise. Dass sich der X1 weder beim Komfort, noch bei der Fahrdynamik irgendwelche Schwächen leistete, war nicht überraschend: Das aufwendige Fahrwerk mit Eingelenk-Federbeinachse vorne und Mehrlenker-Achse mit getrennter Feder- und Dämpferanordnung hinten steht für sauberes Abrollen und Dynamik in der Kurve. Das macht echt Spaß.

Für alle Autofahrer mit BMW-Vorerfahrung ist die Bedienung des X1 ein Klacks. Foto: Rudolf Huber

Gegenüber seinem Vorgänger ist der X1 ein bisschen breiter, höher und kürzer geworden, das sorgt für eine angenehm hohe Sitzposition plus erleichtertes Ein- und Aussteigen für alle Passagiere, beschert ordentlich Platz auch für die Knie der Hinterbänkler – und einen 505 bis 1550 Liter Kofferraum, der leicht zu beladen und dank glatter Flächen sehr effektiv zu nutzen ist.

Die Bedienung des X1 ist für BMW-erfahrene Autofahrer kinderleicht, das iDrive-Bediensystem ist mittlerweile zur perfekten Methode geworden, in immer komplexeren Fahrzeugen ganz fix und mit minimaler Ablenkung an den gewünschten Menüpunkt zu kommen. In Sachen Infotainment, Assistenzsysteme und Elektronik ist der X1 up to date – sehr angenehm ist das erstmals in diesem Segment angebotene Head-up Display. Mindestens 38 100 Euro verlangt BMW für den Allrad-20d, die Achtgang-Automatik steht mit 2100 Euro in der Preisliste.

 

 

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