Die AZ testet das Korea-SUV Kia Stonic: ein talentierter Begleiter

Der Kia Stonic bringt mit Farbe und flottem Design frischen Wind in die Klasse der Kompakt-SUV. Foto: Kia

Dass kompakte SUV boomen, ist nicht ganz neu. Kia ist in dem Erfolgssegment seit letztem Jahr mit dem Stonic vertreten. Und das mit großem Erfolg. Der AZ-Test.

 

München - Den Dieseln geht es gerade bei den kleineren Auto-Modellen arg an den Kragen. Ist das ein Problem? Eigentlich nicht, wenn statt des Selbstzünders so überzeugende Benziner wie im von der AZ getesteten Kia Stonic angeboten werden. Der Einliter-GDI überzeugte nämlich, soviel vorab, so ziemlich rundum.

Der Kia Stonic ist gut ausgestattet

Nett schaut er aus, der 4,14 Meter lange Stonic. Er bringt einen Hauch von Frische ins Segment der kleinen SUV, mit einer frechen Frontpartie samt eigener Interpretation der typischen Kia-Tigernase, mit gerne auch zweifarbiger Karosserie, coolen Farben und einer Prise Freizeit und Abenteuer durch Schweller ringsum. Eine ordentliche Portion Ausstattung ist schon in der Basisversion verbaut. So zum Beispiel neben dem Radio mit sechs Lautsprechern und der Klimaanlage auch die Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Spracherkennung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein Start-Stopp-System oder 15 Zoll große Alufelgen. In der getesteten Platinum Edition gehören unter anderem noch die Kartennavigation, ein Digitalradio, die Rückfahrkamera, ein Fernlichtassistent oder die Klimaautomatik zum Paket. Und schon ab der zweiten Variante namens Vision sind Sitzheizung vorne und beheizbares Lenkrad Teil des Standardprogramms. So etwas gab's bis vor Kurzem nur in der Oberklasse.

Kompaktes SUV mit kompaktem Platzangebot

Das Platzangebot des Stonic ist exakt so, wie man es sich angesichts seiner Abmessungen erwartet. Das bedeutet: Vier bis (mit leichten Einschränkungen) fünf Passagiere finden ordentlich Platz. Auch die Kopf- und Schulterfreiheit gehen in Ordnung. Wer genau hinschaut, könnte allenfalls die etwas hoch platzierten Türschweller für die serienmäßigen hinteren Türen bekritteln. Beim Kofferraum ist dagegen alles klar: Durch seinen variierbaren Boden ist der kleine Koreaner flexibel nutzbar, er fasst zwischen 352 und 1155 Liter Transportgut. Das passt, auch wenn die Ladefläche bei umgeklappter Rücksitzlehne (60:40) nicht ganz eben ist.

Dass das Interieur keine hochgestochenen Premium-Erwartungen erfüllt, ist angesichts der knapp kalkulierten Preise des Kia völlig in Ordnung. Die Materialien sind aber voll und ganz in Ordnung und auch bei der Verarbeitungsqualität lassen sich die Koreaner nicht lumpen. Schön ist die Tatsache, dass die Käufer ihren Stonic individuell ausstaffieren lassen können. Je nach Version und Geschmack lässt sich das Innere mit schicken bunten Akzenten aufpeppen und immerhin 20 Zweiton-Kombinationen und neun Uni-Lackierungen stehen zur Auswahl. Die Bedienung des Kleinen ist einfach, auch Kia-Neulinge werden nicht vor Probleme gestellt, vom 7-Zoll-Touchscreen fürs Infotainment bis zu den Tasten und Drehreglern der Klimatisierung ist alles weitgehend selbsterklärend aufgebaut.

Der Einliter-Motor des Kia Stonic überzeugt

Aber jetzt kommt der schon anfangs gelobte Einliter-Benziner dran. Der Dreizylinder mit kraftfördernder Turboaufladung liefert muntere 120 PS ins gut schaltbare und passend abgestimmte Sechsgang-Getriebe. Wie es die kleinen Dreier so an sich haben, knurrt er beim vollen Beschleunigen kernig, befleißigt sich aber ansonsten zurückhaltender Manieren und erfreut mit einer ordentlichen Portion Dynamik. Die 1,2 Tonnen des Stonic befördert er in 10,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erst bei 185 km/h muss er sich dem Luftwiderstand geschlagen geben. Der Normverbrauch liegt bei 5,0 Liter je 100 Kilometer, im AZ-Test zeigte der Bordcomputer 6,4 Liter – das ist angesichts der gerne abgerufenen Leistung ordentlich.

Sicher ist der Stonic auch, dafür sorgen unter anderem sechs Airbags, das um die Kurvenbremskontrolle erweiterte ESP oder die Gegenlenkunterstützung. Je nach Version und teilweise in Paketen gibt es auch noch einen Nachschlag in Form des autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, des Spurhalte-Helfers, der Müdigkeitserkennung, des Spurwechselassistenten und des Querverkehrswarners.

Das verlangt Kia für den Stonic

Stonic-Fahren kostet mindestens 15.790 Euro, die Platinum Edition mit dem 1,0-Liter-Turbo ist ab 23.890 Euro zu haben. Exakt diese Summe repräsentierte übrigens auch der AZ-Testwagen – auf die sonst weit verbreiteten preistreibenden Extras konnte Kia Deutschland angesichts der rundum kompletten Serienausstattung auch problemlos verzichten.


Technische Daten Kia Stonic 1.0 T-GDI Platinum Edition:

Fünftüriges Kompakt-SUV mit Fronantrieb, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4,14/1,76/1,52/2,58, Leergewicht: 1.185 kg, Zuladung: 455 kg, Gepäckraumvolumen: 352 - 1.155 l, Tankinhalt: 45 l, Böschungswinkel vorne/hinten: 15,4/30,4 Grad, Bodenfreiheit: 183 mm, max. Anhängelast: 1.110 kg.

Motor: Dreizylinder-Turbobenziner, Hubraum: 998 ccm, Leistung: 88 kW/120 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 172 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min, Beschleunigung 0 - 100 km/h: 10,3 s, Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, Normverbrauch: 5,0 Liter Super je 100 km, CO2-Emissionen: 115 g/km, Preis: 23.890 Euro.

 

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