Die AZ hat's getestet Cortiina-Bar: Hinaus mit einem Lächeln

Wer ihn nach der Philosophie seines Lokals fragt, bekommt von Cortiina-Chef Patrick Vazquez nur ein Wort zur Antwort: „Genuss“. Foto: Daniel von Loeper

Die AZ hat sich in der Cortiina Bar einmal umgesehen. Das Lokal ist eher nichts für Entscheidungsschwache.

 

Altstadt - Einen Satz hört Patrick Vazquez ziemlich häufig, wenn Passanten am Cortiina Hotel in der Ledererstraße vorbeischlendern: „Oh, das sieht aber teuer aus!“ Ein Hotel in der Altstadt, so die Grundhaltung vieler, muss einfach teuer sein. Wenn es auch noch hübsch aussieht, dann ist es unbezahlbar und überhaupt sind Hotels eh nur etwas für Touristen und Hotelgäste.

So klingen sie, die gängigen Klischees und Vorurteile über Hotels und deren Gastronomie. Doch wie bei fast allen Vorteilen müssen diese nicht unbedingt zutreffend sein. Das ist auch bei der Cortiina Bar so.

Im Inneren der Cortiina Bar merkt der Gast sofort, dass sich hier die Macher ziemlich lang und ausführlich mit der Inneneinrichtung beschäftigt haben. Jedes Stück ist ein Unikat und ganz nebenbei ziemlich schick und geschmackvoll.

Das Hotel ist sogar so schick, dass der Betrieb in der Liste der Design-Hotels geführt wird. Doch das Cortiina kann nicht nur gut aussehen, es gibt auch ziemlich ausgefallenes Essen und Trinken. Auf der Cocktailkarte von Bar-Chef Vazquez finden sich nicht die typischen Drinks, die es in Bars immer wieder gibt.

Die Tresen-Crew lässt sich immer wieder neue Kreationen einfallen, die teilweise ziemlich ungewöhnliche Namen tragen. Der „Pink Dock“ besteht beispielsweise aus Blutampfer, der im kleinen Garten des Hotels wächst.

Für Freunde des Gin Tonics (ab 9,50 Euro) hat die Bar gleich eine ganze Armada an Gins und sieben verschiedene Sorten Tonic Water zur Auswahl. Für entscheidungsschwache Menschen ein Albtraum, alle anderen werden diese Selektion durchaus zu schätzen wissen.

Neben Drinks schickt die Küche kleine und größere Gerichte, die der Gast entweder gemütlich am Tresen oder vor dem offenen Kamin auf einem Sofa essen kann. Die Auswahl reicht von Pflaumen im Speckmantel (4 Euro) über ein Clubsandwich (11,50 Euro) bis zum Rinderfilet (24 Euro).

Manches klingt etwas kompliziert, aber insgesamt ist die Philosophie des Ladens ziemlich einfach: „Genuss“, wie es Vazquez in nur einem Wort beschreibt. „Wir möchten, dass der Gast mit einem Lächeln die Bar verlässt“, sagt der Bar-Chef. Nur dafür müsste man einfach mal über seinen Schatten springen, die Vorurteile über Bord werfen und diese Hotel-Schwellenangst überwinden. Es dürfte definitiv nicht schaden.

Ledererstraße 8, Sonntag bis Donnerstag 18 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag von 18 bis 3 Uhr, Tel.: 24 22 490

 

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