Die 1. Woche aus Polizei-Sicht „Überwiegend friedlich“

Die Polizei zieht ein positives Zwischenfazit. Foto: dpa

Weniger Gewaltdelikte und mehr Festnahmen. Alles in allem ist Münchens Vize-Polizeichef Robert Kopp mit der Bilanz zur Halbzeit zufrieden. Allerdings gibt es mehr Sex-Taten

München -
„Bislang ist’s eine relativ entspannte Wiesn“, sagte Münchens Polizeivizepräsident Robert Kopp gestern zur Halbzeit des Oktoberfests. „Wir sind mit der Sicherheitslage, aber auch mit unseren Ergebnissen bei der Kriminalitätsbekämpfung zufrieden“, sagte er. Ein paar Wermutstropfen gibt es aber schon: So ist die Zahl der Sexualdelikte auf der Festwiese im Vergleich zum Vorjahr ums Doppelte auf zwölf gestiegen.

Die erste Wiesn-Woche aus Polizei-Sicht:

 
  • An einem normalen Tag hat die Polizei durchschnittlich 752 Einsätze zu bewältigen, am Wochenende auch mal 1000. Zur Wiesnzeit sind es täglich über 1000. Am Freitag waren es sogar 1297. In die Bierzelte wurde die Polizei etwas seltener gerufen. Dafür stiegen die Einsätze draußen. Am meisten zu tun hatte die Polizei am vergangenen Wiesnsamstag: 224 Delikte wurden angezeigt. Insgesamt wurden bis einschließlich Samstag 826 Straftaten angezeigt – ein Anstieg. 2012 waren es im gleichen Zeitraum 750.
     
  •  „Wir haben weniger Gewalt“, freut sich Polizeivizepräsident Robert Kopp. Körperverletzungen seien um zwei Prozent zurückgegangen. Gefährliche Körperverletzungen gar von 74 (2012) auf 56 Straftaten. 36 Maßkrugschlägereien gab es – 2012 waren’s 38. Versuchte oder vollendete Tötungsdelikte gab es nicht.
     
  • 101 aggressive Wiesnbesucher mussten in die Haftanstalt ins Polizeipräsidium gebracht werden, damit sie dort ihre erhitzten Gemüter abkühlen konnten. Sie kamen in Polizeigewahrsam. Im Vorjahr waren es derer 130.
     
  • Festnahmen gab es heuer mehr: 276 in der ersten Woche (2012: 260). Das liegt laut Robert Kopp auch daran, dass mehr Taschendiebe gefasst wurden. 51 Täter wurden geschnappt, 16 mehr als 2012. Insgesamt wurden 282 Taschendiebstähle angezeigt. Im vorigen Jahr waren es 25 weniger. Professionelle Täter, die gezielt aus dem Ausland anreisen, landen meist hinter Gittern, da sie in Deutschland keinen festen Wohnsitz haben.
     
  • Der Trend, dass Polizisten verstärkt tätlich angegriffen werden, ist auch auf der Festwiese zu beobachten: 15 Männer und Frauen schlugen, traten oder bissen zu. 2012 gab’s im Vergleich sechs „Widerstände gegen polizeiliche Maßnahmen“. 2011 waren es acht.
     
  • Obwohl die Polizei heuer etwas weniger Autofahrer kontrollierte, fischte sie mehr Betrunkene heraus. In Zahlen: 12128 Autofahrer wurden herausgewunken (2012: 13371), zu viel getrunken hatten 299 Autofahrer (2012: 282).
     
  • Fahrten unter Drogeneinfluss nahmen dagegen ab: Nur 58 bekamen Anzeigen (2012: 71).
     
  • Auch abgeschleppt wurde weniger: 215 waren’s heuer, 76 weniger als 2012.

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