Deutlich mehr Geburten als Sterbefälle Bildungsbericht: München, die Stadt der kleinen Kinder

In München leben immer mehr Kinder. (Archivbild) Foto: imago/Sven Simon

Der neue Bildungsbericht zeigt, dass immer mehr kleine Kinder in Krippen und Kitas gehen. Die AZ gibt einen Überblick über weitere Trends.

 

München - In München gibt es mehr Geburten als Sterbefälle. "Der Trend zum Kinderkriegen in der Stadt ist ungebrochen", sagt Stadtschulrätin Beatrix Zurek (SPD). Es sei "überwältigend", dass in zehn Jahren die Zahl der Kinder im Alter bis drei Jahren um 25 Prozent gestiegen sei, auf 44.312 Kinder. 23 Prozent mehr Kids im Kindergartenalter lebten in der Stadt als 2008 – und 21 Prozent mehr Grundschüler. Das zeigt die Statistik im fünften Bildungsbericht des Referats für Bildung und Sport.

Dabei hat sich die Betreuungsquote von Krippenkindern in zehn Jahren von 22 Prozent auf 36 Prozent erhöht. 89 Prozent der drei- bis sechsjährigen Münchner besuchen einen Kindergarten. "Die frühkindliche Bildung wird vielen zuteil. Der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in Kitas hat sich gesteigert. Aber es sind noch nicht so viele, wie wir uns das wünschen", kommentiert das die Stadtschulrätin. Denn in der Kita lernten die Kinder automatisch Deutsch.

Immer mehr Schüler gehen aufs Gymnasium: Der Satz sei zwar immer noch richtig, dass Bildung vom Elternhaus abhängt. Doch in Vierteln mit einem schlechteren sozialen Index haben es acht Grundschulen geschafft, mehr Kinder auf das Gymnasium vorzubereiten als noch vor drei Jahren. 54 Prozent der Grundschüler in München treten dorthin über. Beatrix Zurek dazu: "Ganztags-Grundschulen und eine gute Betreuung im Hort sind eine gute Unterstützungsleistung für Kinder." So müsse auch niemand mit Grundschulkindern Angst haben ins Hasenbergl zu ziehen. Auch dort könne man aufs Gymnasium gehen.

Münchens Jugend wird immer bunter

Die neuen Zahlen zeigen, die Jugend wird bunter: 2018 haben 60 Prozent der Münchner unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund. Dazu zählen Kinder ausländischer Eltern oder wenn ein internationales Elternteil nach 1955 in die Stadt gezogen ist – wie viele Münchner, die aus EU-Ländern stammen. "Migrationshintergrund ist in München eine Selbstverständlichkeit. Sie muss nichts mit dem Bildungsstand zu tun haben", so Zurek. Zu den Eltern der jungen Leute zählten der französische Patentanwalt oder Briten, die jetzt die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen haben, sagt Zurek – und ergänzt: "Ich bin in Polen geboren. Meine Kinder und ich haben auch Migrationshintergrund."

Für 2020 hat das Referat für Bildung und Sport ein Budget von 1,7 Milliarden Euro. Das Geld für Schulen will Zurek nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern an der richtigen Stelle ausgeben: Schulen mit Bedarf entscheiden selbst, was genau sie brauchen, wie Extra-Deutschunterricht oder eine Sozialpädagogen-Stelle.

 

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