Der TSV 1860 im Trainingslager in Belek Für den Aufstieg: Jetzt muss es funkeln bei den Löwen!

1860-Trainer Friedhelm Funkel hat seine Wunschspieler bekommen, Investor Hasan Ismaik wandelt zwei Kredite um – und ein neuer Geschäftsführer ist nun auch da. Solch Top-Bedingungen gab es bei den Löwen lange nicht mehr.

 

München/Belek - So viel Aufbruchstimmung war selten beim TSV 1860. Die Stimmung war bestens, als der Flieger mit dem Löwen-Tross am Montag pünktlich um 13.55 Uhr gen Antalya zum einwöchigen Trainingslager nach Belek abhob.

Drei richtig gute Nachrichten hat der TSV 1860 die letzten drei Tage produziert: Erst bekam Trainer Friedhelm Funkel am Samstag in Markus Steinhöfer nach Yuya Osako seinen zweiten Lieblingsspieler. Dann sickerte durch, dass Investor Hasan Ismaik seinen Worten, den Klub nicht im Stich zu lassen, Taten folgen ließ. Und schließlich stellte sich noch nach seiner Vertragsunterzeichnung der neue Geschäftsführer Markus Rejek bei den Mitarbeitern der Geschäftsstelle vor.

Trainer Friedhelm Funkel und die Spieler konnten beruhigt nach Belek fliegen – sie können sich heuer tatsächlich in Ruhe auf die Rückrunde vorbereiten. Nun liegt es an Funkel: Kriegt er die Mannschaft ins Rollen, schaffen die Löwen vielleicht am Ende doch noch den Aufstieg? Nun muss es funkeln!

Kein Vergleich zu 2013, als beim Abflug nicht mal klar war, wer die Löwen eigentlich trainieren sollte, es einen heftigen Streit zwischen Investor und Präsidium gab und der einstige Welttrainer Sven-Göran Eriksson unverschuldet zum Spielball und Phantom von Belek wurde. Dieses Jahr ist alles geklärt.

Was die Löwen-Bosse alles auf den Weg gebracht haben – für Funkel und die Spieler:

Die Mannschaft: In Yuya Osako und Markus Steinhöfer hat Funkel recht unkompliziert seine beiden Wunschspieler bekommen; in Rob Friend hat ein als überzählig empfundener Spieler den Klub verlassen. Marin Tomasov, von Funkel wegen dessen Defensiv-Schwächen kritisiert, darf – und wird wohl – gehen. Das zeigt: Die Löwen-Bosse vertrauen dem Trainer und seiner Idee von Fußball. Obwohl Sportchef Florian Hinterberger am Samstag einen Transferstopp verhängte, scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. Sollte Tomasov noch die Löwen verlassen, wäre eine Verpflichtung eines kreativen Mittelfeldspielers durchaus denkbar.

Finanzielle Sicherheit: Investor Hasan Ismaik hat laut „Bild“ weitere Darlehen in Höhe von acht Millionen Euro in Genussrechte umgewandelt. Damit vermeidet der Klub die drohende Rekordstrafzahlung an die DFL in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Ein Bilanztrick, der bereits 2012 angewendet wurde und durch den der Klub überwiegend Vorteile, Ismaik selbst aber mehr Nachteile hat. Genussrechte fließen in die Bilanz nicht als Neuverschuldung ein, daher muss 1860 keine Strafe zahlen. Da Genussrechte aber am Gewinn und Verlust der Gesellschaft partizipieren – und die Löwen weiter defizitär wirtschaften – verringern sich Ismaiks Forderungen an den Klub. Verschwunden sind die Schulden aber natürlich nicht: Mittlerweile sind die Löwen ihrem Investor mehr als 16 Millionen Euro schuldig! Dennoch ist die Liquidität gesichert.

Der neue Geschäftsführer: Am Sonntag genehmigte der Verwaltungsrat einstimmig die Verpflichtung von Markus Rejek, dem früheren Marketingleiter von Borussia Dortmund. „Gemeinsam wollen wir das Image der Löwen weiter verbessern und den Verein wirtschaftlich wie sportlich in eine erfolgreiche Zukunft führen“, sagte Mayrhofer. Rejek, der am Dienstag ins Trainingslager fliegen wird, lobte die „bodenständige und familiäre Identität“ des Klubs mit seinen „leidenschaftlichen Anhängern, die ihre Liebe zum Verein nicht allein an Meisterschaften und Pokalen messen.“ Das sei „ähnlich wie im Ruhrpott, wo ich groß geworden bin und Fußball gelebt wird.“ Er wolle bei 1860 eine „Philosophie des Miteinanders“ prägen. Was gleichzeitig heißt: Rejek wird kein Alleinherrscher.

 

11 Kommentare