Der Prince und das Tor TSV 1860: So will Köllner Owusu wieder zum Knipser machen

, aktualisiert am 13.12.2019 - 10:00 Uhr
Macht aktuell vor dem Tor eine unglückliche Figur: Löwen-Stürmer Prince Osei Owusu. Foto: imago images / Oryk HAIST

Löwen-Stürmer Owusu klebt das Pech an den Hacken. Trainer Köllner baut dennoch weiter auf ihn: "Man muss ihn spielen lassen".

 

München - Ein enormer Athlet, dieser Prince Osei Owusu: 1,91 Meter groß, 87 Kilo schwer. Doch, wie 1860-Trainer Michael Köllner kürzlich erklärte, hat Sechzigs Sturm-Bulle ein zartes Gemüt – und grämt sich wegen seiner vergebenen Chancen.

Der Leih-Stürmer von Zweitligist Arminia Bielefeld hätte die Löwen im letzten Drittligaspiel gegen Sonnenhof Großaspach gleich zwei Mal zum Sieg schießen können. Erst verhinderte, als der Ball schon im Kasten lag, eine knappe Abseitsposition das siegbringende 2:1. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit stand Owusu schließlich völlig frei vor dem Gästetor – und vergab eine Hundertprozentige.

Owusu avanciert zum Unglücks-Löwen

"Er hadert sehr mit sich selbst. Er weiß selbst am besten, dass es zwei Punkte mehr gewesen wären", erklärte Köllner nach dem ärgerlichen Remis, das Owusu in einen Dreier hätte verwandeln können. Und eine dritte Aktion zählte der 49-Jährige auf: "Die erste Aktion ärgert mich fast noch mehr, er läuft am Anfang des Spiels mit dem Ball aufs Tor und dann springt er vom Fuß." Einzig: Tor und Jubel blieben aus, Owusu avancierte zum Unglücks-Löwen. Der Prince und das Tor – es soll einfach nicht sein.

Köllner erklärte dabei, man müsse Rücksicht auf die mentale Verfassung des 22-Jährigen nehmen, denn ein Baum von einem Mann wie Owusu habe deshalb noch lang kein ähnlich ausgeprägtes Selbstbewusstsein ("Manche Spieler haben die Psyche wie kleine Kinder"). Zumal dem Angreifer schon in der Vergangenheit aufgrund einiger Fehlpässe und verdribbelter Bälle der Unmut von Sechzigs Anhängerschar zuteilgeworden war.

Köllner: "Owusu fehlt einfach ein Tor"

Die beste Medizin für Owusu? Volltreffer. "Ein Tor fehlt einfach, deshalb hätte ich mir das sehr gewünscht für ihn", meinte der Chefcoach über die ausbleibende Bestätigung. Jene Glücksgefühle, nach denen sich jeder Torjäger sehnt. Der Deutsch-Ghanaer brauche einen "Knotenlöser", ein "blödes Tor" und müsse "einfach mal einen reinstolpern." Owusus bisherige, magere Bilanz: ein Tor in zehn Spielen.

Die gute Nachricht für den Leih-Löwen: Er muss, anders als unter Vorgänger Daniel Bierofka, keine Degradierung auf die Bank befürchten. Köllner wolle aufgrund Owusus Voraussetzungen an seinem System mit zwei Stürmern festhalten. "Er haut sich richtig rein, er gibt alles für die Mannschaft", lobt Köllner und fügt an: "Man hat bei ihm das Gefühl: Er macht eine Sache richtig gut und in der nächsten Sache, reißt er sich alles wieder ein. Am Ende muss man aber trotzdem Vertrauen in den Spieler stecken. Man muss ihn spielen lassen, er hat ein paar Wochen nicht gespielt."

Owusu bringe "physisch alles mit und weiß, wo das Tor steht". Zudem weist der Oberpfälzer auf den wichtigen Beitrag des Torjägers in der vergangenen Saison hin: Damals hatte Owusu (drei Tore und zwei Assists ins 16 Spielen) beim 3:2-Sieg gegen Fortuna Köln am vorletzten Spieltag für weiß-blaues Aufatmen im Abstiegskampf gesorgt.

Köllner: "Der Prince wird schon wieder seine Tore machen"

Nebst Spielpraxis und starkreden soll selbstredend auch im Training der Grundstein dafür gelegt werden, dass Owusu und Sechzig bald seine Streiche bejubeln dürfen. Köllner dazu: "Das müssen wir trainieren, das ist mein Job. Daran arbeiten wir Tag für Tag." Torschusstraining, Arbeit in Kleingruppen, viele Spielformen: Der neue 1860-Dompteur baut auf die verschiedensten Übungen, seinen Akteuren ihre Aufgaben einzutrichtern.

Köllner ist jedenfalls davon überzeugt, dass Owusu bald wieder einen Grund zum Feiern hat. "Der Prince wird schon wieder seine Tore machen."

Je schneller der hochaufgeschossene Fußballprofi seine verschenkten Chancen abhakt, desto höher ist dafür die Wahrscheinlichkeit.

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