Der neue Suzuki Baleno AZ-Test: Ganz schön groß, der Kleine

Ein großer Kleinwagen: Der neue Suzuki Baleno punktet mit reichlich Platz und guten Fahrleistungen. Foto: Rudolf Huber

Er konkurriert mit etablierten Kollegen wie dem VW Polo oder dem Hyundai i20. Doch beim beim Platzangebot stellt der Suzuki Baleno derzeit alles in der Schatten.

 

München - Klein – was heißt denn heutzutage eigentlich noch klein? Wer in einender gerade aktuellen Kleinwagen einsteigt, erlebt ein Raumgefühl wie vor ein paar Jahren noch im Kompaktsegment. Die Autos wachsen – und der neue Suzuki Baleno macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Er schafft es, im aktuellen Kleinwagenformat den Größten zu geben. Nicht in Sachen Längge, Breite und Höhe, da hält er sich zurück. Aber beim Platzangebot ist der kleine Japaner einfach Spitze.

4,00 x 1,75 x 1,46 Meter – in diesem praktischen Format gibt es derzeit kein anderes Auto, das bis zu fünf Personen und einer vergleichsweise großen Menge Gepäck (Kofferraum-Volumen: 355 bis 1.085 Liter) mehr Platz bietet als der Baleno. Es geht locker und luftig zu im Kleinwagen, bis auf leichte Einschränkungen durch das viele Schwarz am Armaturenbrett herrscht deswegen eine angenehme Atmosphäre. Gut: Die Sitze könnten ein bisschen mehr Seitenhalt bieten, aber der Rest ist wirklich in Ordnung: Einfach zu bedienende Schalter und Tasten, gute Ausstattung, klar anzeigende Instrumente – hier kann man's aushalten und findet sich schnell zurecht. Übrigens: Den Baleno gibt es nur als praktischen Fünftürer, das dient eindeutig der Alltagstauglichkeit.

111 PS für bis zu 200 km/h

Für ein echtes Aha-Erlebnis ist der neue Dreizylinder-Turbobenziner im nur rund eine Tonne wiegenden AZ-Testwagen gut: Er läuft sehr ruhig und trotz ungerader Zylinderzahl rund. Nur bei voller Beschleunigung gibt er ein leichtes Knurren von sich. Mit seinen 111 PS bringt er eine ungeahnte Dynamik ins Spiel mit Gas, Kupplung und Fünfgang-Schaltgetriebe. Schnelle Sprints, flinke Überholmanöver oder hohes Dauertempo auf der Autobahn: alles kein Problem. 200 km/h gibt Suzuki als Spitze an, bei den Testfahrten zeigte der GPS-Tacho im Navi echte 206 Sachen an. Auch ohne zum kriechenden Verkehrshindernis zu werden, kann man den Baleno problemlos mit dem angegebenen Normverbrauch von 4,5 Liter pro 100 Kilometer bewegen. Nach der längeren Sprint-Etappe auf der Autobahn kam letztlich ein AZ-Testverbrauch von absolut anständigen 5,5 Liter zusammen.Respekt für diese Kombination aus Fahrspaß und Wirtschaftlichkeit.

Kleiner Kraftbolzen: Der nur einen Liter große Drezylindermotor bringt es auf 111 PS - er sorgt für sehr muntere Fahrleistungen. Foto: hu

Den „Boosterjet“ genannten Motor gibt es derzeit nur in der feinsten von drei Ausstattungsstufen. Das hat einen Vor- und einen Nachteil: Der 1.0-Liter-Baleno ist natürlich sehr gut ausgestattet, dafür ist der Einstiegspreis hoch – er liegt bei 17.990 Euro.Serienmäßig sind beispielsweise ein Audio-System mit Smartphone-Anbindung inklusive Navigationssystem und ein großes 4,2-Zoll-LCD-Farbdisplay, auf dem Beschleunigung, Verbrauch, Motorleistung, Drehmoment und sogar die auf die Passagiere wirkende Fliehkraft angezeigt werden. Ein Adaptiver Tempomat (ACC) mit Geschwindigkeitsbegrenzer ist ebenso drin wie eine radargestützte aktive Bremsunterstützung, die sich bei Gefahr durch laute Warnsignale und einen abrupten Bremseneingriff bemerkbar macht. Die Rückfahrkamera hilft im Verein mit den Piepsern hinten beim Einparken.

Zweifellos eine ordentliche Ausstattung fürs Geld. Wer weniger ausgeben will oder kann, muss auf den alten, aber bewährten 90-PS-Vierzylindermotor zurückgreifen, mit dem der Baleno ab 13.790 Euro zu haben ist – immerhin schon mit Klimaanlage, Zentralverriegelung und Lichtsensor.

 

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