Der Klügere kippt nach Inhaltlich überschaubar: So war Balders Suff-Sendung

Moderator Hugo Egon Balder in Hamburg im Cafe Zwick bei der Live Übertragung der Sendung "Der Klügere kippt nach" Foto: dpa

Trotz oder gerade wegen der Kritik im Vorfeld der Show fand der neue Tele-5-Talk "Der Klügere kippt nach" Beachtung. Das inhaltliche Ergebnis der Sendung war allerdings überschaubar.

 

Hamburg – Es war ein Sieg der Neugier: 240 000 Zuschauer interessierten sich am Sonntagabend ab 22.15 Uhr für den neuen Tele-5-Trinktalk "Der Klügere kippt nach". Sie wollten sehen, wie in der Sendung einer nach dem anderen eingeschenkt wird. Für Tele 5 sprang damit ein Marktanteil von 1,0 Prozent heraus. Im Vergleich mit den großen Programmanbietern ist das nicht viel, für den Münchner Privatsender aber ein sehr guter Wert.

Wein, Eierlikör oder Bier – die Gäste der Show mussten bei der Premiere der TV-Talkshow-Reihe wie angekündigt nicht auf dem Trockenen sitzen. Darum kümmerte sich der "Wirt" Hugo Egon Balder (65) persönlich - er ist Mitbetreiber der Kneipe "Zwick" im Hamburger Stadtteil St. Pauli und hat sich das Konzept der Sendung ausgedacht. Die Idee: Bei einem Schlückchen mehr Alkohol achten die Gäste nicht auf jedes Wort, und so kommen interessante Wahrheiten ans Licht.

In der einstündigen Sendung, in der neben Balder und Talkleiter Wigald Boning auch Hella von Sinnen als Dauergast mitwirkt, tranken die Gäste jeweils zwei bis drei Gläser ihres "Stammgetränks" – also Wein, Bier oder ein Wodka-Mischgetränk - ergänzt durch Eierlikör beim Thema Ostern oder Ouzo, als es um die Griechenland-Krise ging. Sex-Expertin Paula Lambert, Schlagersänger Bernhard Brink und Komiker Ingmar Stadelmann saßen in der Runde: Einige tranken mehr, andere weniger.

Wie an einem Stammtisch diskutierten die Gäste oft munter durcheinander. Brink fand die Sendung "schrill", hätte aber ernsthaftere Themen erwartet. Neues kam bei dem Talk im Sender Tele 5 nicht heraus, aber "ein paar Sachen, die es so nicht zu hören gegeben hätte", resümierte Balder.

Die Kritik kam im Vorfeld unter anderem vom Geschäftsführer der Suchthilfeorganisation Blaues Kreuz, Jürgen Naundorff. "Es ist einfach eine völlig überflüssige Sendung", sagte Naundorff in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie keine Zukunft hat. Dennoch werden diese Ausstrahlungen negative Folgen haben, weil allein schon der Titel höchst problematisch ist." Dazu sagte Balder nach der Sendung: "Alles halb so schlimm. Es ist doch nicht anders als abends in der Kneipe gewesen."

Zunächst sind fünf weitere Folgen geplant. Der Kabarettist Kay Ray, Moderator Micky Beisenherz und Schauspielerin Esther Schweins sollen als nächste auf den Barhockern in St. Pauli Platz nehmen.

 

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