Dem Klassenerhalt nahe Neues Werder-Wunder geht in Serie

Sollte Werder Bremen am Freitag bei Eintracht Frankfurt ein weiterer Sieg gelingen, hätte man nach dem SC Freiburg und dem FC Schalke 04 auch die Hessen in der Tabelle überholt. Foto: dpa

"Auch in den schlechten Phasen mit unglücklichen Niederlagen haben wir nie an unserem Weg gezweifelt", sagt Werder-Trainer Alexander Nouri über den Aufwärtstrend der Bremer, die auch den FC Schalke 04 mit 3:0 besiegten.

Bremen - Die Partystimmung im Weserstadion hatte ihren Höhepunkt noch gar nicht erreicht, da war die Schalker Katerstimmung in den Katakomben der Arena schon fast mit Händen zu greifen.

Statt im Kampf ums internationale Geschäft Boden gutzumachen, stehen die Königsblauen nach ihrer 0:3 (0:1)-Niederlage gegen Werder Bremen in der Tabelle plötzlich hinter den Hanseaten. Und gerieten damit automatisch ins Blickfeld der Norddeutschen, die auch nach 19 von 21 möglichen Punkten aus sieben Spielen partout ausschließlich nach unten blicken wollen.

"Wir wissen, wo wir herkommen und was wir in den letzten Monaten durchgemacht haben", sagte Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic. Für die 42.100 Fans im ausverkauften Stadion hingegen war nach dem Erfolg gegen die Knappen mit insgesamt 35 Zählern der Klassenerhalt vollbracht.

Muskelfaserriss bei Delaney

Ex-Manager Willi Lemke fühlte sich sogar an die Zeiten erinnert, als im Weserstadion immer wieder Werder-Wunder stattfanden. "Aber das immer nur in einem Spiel, jetzt ist es eine unglaubliche Serie", sagte der einstige Aufsichtsrats-Boss der Grün-Weißen dem NDR. Träumereien, nach siebenjähriger Durststrecke auf die internationale Bühne zurückzukehren, wurden den Fans, Lemke inklusive, gern zugestanden.

"Das ist doch schön, aber wir müssen uns auf die nächsten Aufgaben konzentrieren", sagte Max Kruse, Torschütze per Foulelfmeter zum 2:0. Dies umso mehr, als der dänische Nationalspieler Thomas Delaney wegen eines Muskelfaserrisses für mehrere Spiele ausfallen wird.

Der Torjäger hat in der Tat schlechte Erfahrungen damit gemacht, sich zu früh zurückzulehnen. Als Stürmer des FC St. Pauli gewann er vor sechs Jahren das prestigeträchtige Hamburger Lokalderby beim HSV mit 1:0. Danach schalteten die scheinbar gesicherten Kiezkicker ab und blieben bis zum Saisonende sieg- und erfolglos.

Rückschlag für Schalke 04

Ein solches Szenario erscheint aktuell an der Weser schwer vorstellbar, dennoch warnte auch Trainer Alexander Nouri vor Selbstzufriedenheit. "Der Abstand nach unten ist weiter sehr eng", mahnte der Coach, der aber mit dem dritten Heimsieg hintereinander ohne Gegentor einem neuen Arbeitskontrakt immer näher kommt.

Sportdirektor Frank Baumann: "Wenn es so weitergeht, gibt es keinen Grund, nicht den Vertrag zu verlängern." Die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb wäre für die Gastgeber die Kirsche auf dem Kuchen.

Auf Schalke gilt ein Platz auf der europäischen Bühne als Pflichtprogramm, zu teuer wäre ansonsten das kostspielige Starensemble. Noch aber sei ja nichts verloren, darauf wies Nationalspieler Benedikt Höwedes hin. "Wir dürfen jetzt nicht den Kopf verlieren. Wir haben einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Damit gilt es, vernünftig und sachlich umzugehen", sagte Schalkes Spielführer.

Etwas strenger formulierte es Coach Markus Weinzierl: "Wir hatten am Anfang alles im Griff und haben dann die Linie verloren. So etwas darf eigentlich nicht passieren." Sollte den Norddeutschen nun am Freitag (20:30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt ein weiterer Sieg gelingen, hätte man nach dem SC Freiburg und Schalke auch die Hessen in der Tabelle überholt.

Wäre dann der Klassenerhalt geschafft? Nouris Antwort fiel fast poetisch aus: "Die Brücke zwischen Realität und Traum ist harte Arbeit."

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