DEL-Playoffs EHC München sucht Intensität und Identität

Glückliche Sieger: In Spiel vier in Bremerhaven müssen die Eishockey-Cracks des EHC Red Bull München mehr als eine Schippe drauf legen. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Beim glücklichen 5:2-Sieg der Red Bulls in Spiel drei der Viertelfinal-Serie gegen Bremerhaven offenbart der Meister Schwächen. "Wenn wir nicht bereit sind, deren Intensität zu matchen, wird es schwer!"

 

München - Die Fakten, die nackten und harten, sie sprachen eine klare Sprache. 5:2 hat der EHC Red Bull München, der Double-Meister, gewonnen und sich damit die 2:1-Führung in der Viertelfinalserie gegen Bremerhaven geholt. Aber auch Fakten können täuschen – ohne, dass sie etwa Fake News wären.

Denn der EHC war bereits mit einem Eishackler-Bein am Abgrund, lag 0:2 zurück, ehe man in einem fulminanten und furiosen Schlussdrittel die Partie noch drehen konnte. Meisterlich, gar Triple-meisterlich, war der Auftritt nicht.

Und so fand Doppeltorschütze Patrick Hager auch klare Worte vor Spiel vier, das am Mittwoch (19:30 Uhr) in Bremerhaven ausgetragen wird. "Wir sind hier, weil wir etwas reißen wollen. Und jeder muss einsehen, dass es gegen Bremerhaven nicht mit einem Bein geht", sagte der Nationalstürmer. "Man muss Bremerhaven Respekt zollen, die kämpfen aufopferungsvoll, und wenn man nicht bereit ist, deren Intensität zu matchen, wird es schwer. Wir sind hier mit einem blauen Auge davon gekommen."

Die mangelnde Intensität, ein eklatantes Manko im Spiel. Für Feuer, für Biss sorgten wenige.

Was war mit Raubein Steve Pinizzotto los?

Gifthaferl Hager, das eishockeyspielende Kampfschwein Mads Christensen, Kapitän Michael Wolf, dazu noch Dominik Kahun mit seinem unglaublichen Können, Yannic Seidenberg – und natürlich der andere Doppeltorschütze Frank Mauer.

Aber was war mit Raubein Steve Pinizzotto los? Oder Keith Aucoin, dem Spieler des Jahres in der DEL? "So können wir nicht auftreten", hatte Mauer vor dem Schlussdrittel gesagt. Mangelndes Feuer – mangelnde Konstanz. In allen drei Viertelfinalspielen konnten die Red Bulls jeweils nur 20 Minuten überzeugen.

"Im Moment bringen wir unsere Leistung noch nicht 60 Minuten aufs Eis", erklärte Seidenberg, "ich will jetzt nicht mehr viel von Olympia reden, aber ein bisschen ist Bremerhaven in der Position, in der wir Deutschen bei Olympia waren. Sie haben nichts zu verlieren."

EHC-Coach Jackson: "Spiel vier ist entscheidend"

Und so spielen sie auch. Mit Feuer, mit Provokationen. Wenn immer sich ein Scharmützel andeutet, sind sofort mehrere Bremerhavener da, die sich für die Mitspieler in die Bresche werfen. Beim EHC herrscht auch da eher vornehme Zurückhaltung.

"Wir müssen zum Teil physischer werden", sagte Trainer Don Jackson, "wir haben lange nicht zu unserer Geschwindigkeit gefunden, Bremerhaven hat uns das Leben schwer gemacht. Spiel vier ist entscheidend. Da wird sich zeigen, wer den längeren Atem hat. Wir müssen unser Spiel spielen."

Der EHC auf der Suche nicht nur der Intensität, sondern auch seiner Identität. Dazu gehört, dumme Strafzeiten zu vermeiden. Jerome Flaake saß beim 0:1 draußen, Keith Aulie und Konrad Abeltshauser beim 0:2, zudem waren in der Defensive große Abstimmungsprobleme offensichtlich.

"Nach außen sieht das vielleicht aus, als würden wir unser Konzept verlieren, aber wenn man es genau analysiert, stimmen nur Kleinigkeiten nicht", sagte Seidenberg, "diese Fehler müssen wir abstellen. Aber es macht uns nur stärker, dass wir da durch müssen. Das wird uns am Ende noch helfen. Da bin ich mir vollkommen sicher."

Dann, im Kampf um den dritten Titel in Serie.

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